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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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STELLUNG ZUR KUNST UND DEN KÜNSTLERN

er den Künstlern die Mahnung ans Herz, die seligste Jungfrau inärmlichem, einfachem Gewände, nicht aber in auffallenden, mitallem möglichen eitlen Tande überladenen Kleidern darzustellen.Ihr bringt", sprach er zu ihnen 24 , alle Eitelkeiten in die Kirche.Meint ihr denn, die seligste Jungfrau habe sich gekleidet, wie ihrsie malt? Ich sage euch, sie kleidete sich wie eine arme Frau,einfach und züchtig, so daß man kaum das Gesicht sah, ebensotrug sich die heilige Elisabeth einfach. Ihr würdet sehr gut darantun, wenn ihr diese anstößigen Bilder entferntet. Ihr stellt jadie seligste Jungfrau wie eine Dirne dar." Wie in allem, so soll dieEinfalt auch bei Kunstwerken in den Kirchen den Ton an-geben.Heutzutage bringt man in den Kirchen Bilder von solcherKünstlichkeit und mit solchem Prunke und von solcher Geziertheitan, daß sie das Licht Gottes und die wahre Andacht zerstören,so daß man nicht mehr an Gott, sondern nur mehr an die Kunstdenkt, die in den Bildern steckt ... Es wäre zu wünschen, daßman sich auch hier der Einfalt hingäbe und nicht an so vielekünstliche Dinge 25 ."So reich die Kirchen mit Teppichen undOrgeln ausgestattet sind, so arm sind sie an innerem Gottesdienste.Alles ist nur äußerer Schein, nur die Figur und die Farbe ist es,die schreit: herein, herein! und immer noch schlimmere Geisternach sich zieht 26 ." Jedenfalls sollten die Ordensleute nur Bil-der von größter Einfalt in ihren Bäumen dulden, wie auch fürdas Musterkloster, das der Frate hatte bauen wollen, nicht eitleund zerstreuende, sondern nur schlichte und einfache, zur Andachtstimmende Bilder in Aussicht genommen waren 27 . Am aller-wenigsten ist prunkvoller Aufwand bei Grabmälern angebracht.Die großen Herren errichten sich prächtige Grabstätten, um inMarmor und Seide zu verwesen, und da sie doch schon in dieHölle wandern, so möchten sie wenigstens in Gräbern mit Bild-nissen der Jungfrau und Heiligen bestattet werden. Ihr Grabwird ihre Wohnstätte sein in Ewigkeit 28 . Wie unehrbare undeitle, so sollen aber auch plumpe und geschmacklose Bilder,welche die Andacht der Gläubigen stören, aus den Gotteshäusernverbannt bleiben 29 . Ausdrücklich verlangte der Frate, daß nurtugendhafte Meister mit künstlerischen Aufträgen in Kirchenbedacht werden sollten 30 , und wie ein Abschnitt aus seinen Pre-digten mutet es an, wenn die russische Hundertkapitelsynodevom Jahre 1551 verordnete 31 ,der Maler solle demütig sein, sanft,

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