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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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VERDAMMUNG UNSCHAMHAFTER BILDER

Ö07

als einst die Heiden Vorsicht walten lassen. Die Ägypter dul-deten keine unehrbaren Gemälde. Man sollte daher die unehr-baren Bilder entfernen." Auch zu Hause sind sie nicht zu ge-statten.Aristoteles, der Heide, sagte in seiner Politik, mandürfe keine unehrbaren Bilder erlauben, mit Rücksicht auf dieKinder, die bei ihrem Anblicke an ihrer Schamhaftigkeit Schadenleiden. Was soll ich nun erst von euch sagen, christliche Maler,die ihr solche Bilder mit entblößten Brüsten anfertigt? Das istschlimm, tut es nicht mehr! Damit würdet ihr ein Gott und derseligsten Jungfrau sehr wohlgefälliges Werk verrichten 20 ."Ent-ferne aus deiner Stube und aus deinem Hause jene unehrbarenGemälde . . . jene Götzen, die du zu Hause hast 21 !"Es gibteinige, welche unschamhafte Bilder in ihrer Stube haben. ,Siehaben mich viel Geld gekostet,' heißt es, ,ich will sie nicht her-geben.' Du hast nicht den rechten Geist. Befrage Gott und dieEngel, ob es gut ist oder nicht, sie zu entfernen 22 ." Ganz beson-ders rügte der Frate den herrschenden Unfug, Heiligenbildern,die doch zur Erbauung der Gläubigen in den Kirchen bestimmtwaren, die Züge stadtbekannter junger Mädchen zu leihen, diezuweilen einen lockeren Wandel führten; so hatte Fra FilippoLippi seine Geliebte, die ehemalige Nonne Lucrezia Buti, alsModell nicht nur für die Tochter der Herodias in seinen Fresko-malereien im Dome zu Prato, sondern auch für die Madonnagenommen.Noch immer", so redete der Prediger seinen Zu-hörern ins Gewissen 23 ,opfert ihr dem Moloche. Moloch bedeu-tet König. Euer König ist der Teufel. Ihr habt meinen Tempelund meine Kirchen eurem Gotte Moloch geweiht. Siehe, was esin Florenz für Mißbräuche gibt! Sobald die Florentinerinnenihre Töchter verheiratet haben, stellen sie sie zur Schau, putzensie wie Nymphen heraus und führen sie in den Dom. Das sindeure Götzenbilder, die ihr in meinem Tempel aufgestellt habt. DieBilder eurer Götter sind die Darstellungen, die ihr in den Kirchenanbringen laßt, und die Jünglinge sprechen dann zu dieser oderjener: ,Das ist die Magdalena und jene andere ist der heiligeJohannes.' Denn ihr laßt für die Bilder in den Kirchen dieseoder jene Frau Modell stehen, was sehr übel getan und denDingen Gottes sehr nachteilig ist. Ihr Maler versündigt euchdamit; hättet ihr eine Ahnung von dem Ärgernisse, welches dar-aus entspringt, ihr würdet sie nicht so malen." Eindringlich legte