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STELLUNG ZUR KUNST UND DEN KÜNSTLERN
denn du wirst in deiner Einbildungskraft alles weniger Schöneunterdrücken. Je mehr du sie vergeistigst, desto mehr vervoll-kommnest du sie. Fasse sie also mit dem Geiste auf, der die Schön-heit an sich betrachtet und hierbei vom Körper gleichsam absieht.Der Lehre der Philosophen gemäß gibt es für die geistige Auffas-sung keine Unvollkommenheit; das Weiße an sich betrachtet zeigtkeine Unvollkommenheit, die im Stofflichen ihren Grund hat. Dusiehst also, je unstofflicher etwas ist, desto schöner ist es. Denkenun an all diese Schönheiten in dir und sprich: um wieviel schönermuß die Seele sein als all diese Schönheiten des Leibes, die allevon mir abhängen; und wenn schon ich so schön bin, um wievielschöner ist erst die Seele, die im Stande der Gnade ist! Und umwieviel schöner sind dann erst die Seelen der Seligen! Um wievielgrößer ist die Schönheit der Engel und Seraphim! Betrachte dann,um wieviel schöner die Schönheit Gottes ist! Wenn nun schondiese ganz unvollkommene Schönheit der menschlichen Leibersolche Kraft hat, Gott zu unserer Betrachtung auf die Erde herab-zuziehen, um wieviel mehr regt uns die Betrachtung unseres HerrnJesus Christus zu seiner. Erkenntnis an! Betrachtest du aber dieSchönheit Jesu Christi und gewährst du ihr Eintritt in dein Herz,so wirst du an menschlichen Dingen keinen Geschmack mehr fin-den . . . Ihr Frauen, bildet euch ja auf eure Schönheit nichts ein!Häßlich seid ihr alle miteinander. Wollt ihr die Schönheit derSeele sehen? Habet acht auf eine andächtige Person, es sei Mannoder Weib, wenn sie nur geisterfüllt ist, habet acht auf sie, sageich, wenn sie dem Gebete obliegt und von der Glut göttlicherSchönheit Übergossen ist, oder wenn sie vom Gebete kommt,dann wirst du die Schönheit Gottes in ihrem Antlitze leuchtensehen, und die Züge eines Engels. So erkennt man auch dieGottlosen. Schau sie dir an, diese hochmütigen Tröpfe, die mitd#m Teufel verkehren, und du wirst sehen, daß sie teuflische Zügehaben"."
Je mehr Savonarola die idealistisch-spiritualisiische Seite desSchönen in den Vordergrund rückte, desto näher lag die Ge-fahr, dieses selbst zum unsinnlichen, aller sinnlichen Darstel-lung unzugänglichen Schemen zu verflüchtigen und so allenNaturalismus zu verdammen und alle Kunst preiszugeben. Erentrann dieser Klippe, indem er das Wesen der Kunst in der mög-lichst vollkommenen Wiedergabe der Natur erblickte, die selbst
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