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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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BEGEISTERUNG FÜR DIE HL. SCHRIFT

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heilige Eucharistie ist nicht erhabener als sie. Denn wie unterden Gestalten von Brot und Wein die Gottheit, so ist unter denWorten der Heiligen Schrift der Heilige Geist und die Kraft, diein der Hostie liegt, zugegen 189 . In der Heiligen Schrift sind allegöttlichen Schätze beschlossen, sie ist kostbarer als alle Reicheder Welt. Lieber in ihrer Gesellschaft am abgelegensten Orte ver-borgen leben, als ohne sie alle Reiche der Welt besitzen 190 . Sieist die Herrin und Königin aller Wissenschaften, die ihre Mägdesind. Sie ist der Berg, von dem aus der Herr uns belehrt und er-leuchtet und seine Gesetze gibt, sie ist wie ein tiefes Meer, in dasalle Flüsse der Philosophie einmünden 191 . Sie ist ein Paradiesauf Erden, über dem man allen Geschmack an anderen Büchernverliert. Ihre Betrachtung gewährt die höchsten Wonnen derWelt 192 . Sie steht fest und unerschütterlich wie die Festen desHimmels 193 . Sie ist voll unaussprechlicher Süßigkeit, regt zur Be-trachtung der Weisheit und Güte Gottes an und begeistert uns fürdas Himmlische, so daß wir durch sie auch selbst gleichsamGötter werden und alles Irdische wie Kot verachten. Wenn sieauch das eine, was ihren Kern und Stern bildet, die Liebe Gottesund des Nächsten, an tausend Stellen wiederholt, so spricht siees doch immer wieder verschieden aus und ergötzt immer wiederaufs neue 194 . Wer aber in die Geheimnisse der Heiligen Schrifteindringen will, der muß vom selben Geiste erleuchtet sein, dersie eingab. Wer sie aus bloßer Wißbegierde erforscht, der stirbt,sei er gelehrt oder ungelehrt, d. h. er fällt vom Glauben der Kircheab und verstrickt sich in viele Irrtümer, wie Origenes und vieleandere Ketzer. Unerläßliche Voraussetzungen zu ersprießlicherBeschäftigung mit der Heiligen Schrift sind nicht gelehrte Studien,nicht Logik und Philosophie, sondern Reinheit des Herzens, Be-zähmung der Leidenschaften, Gebet und Betrachtung und daherEinsamkeit. Man soll das Verständnis der heiligen Bücher nichtso fast von gelehrten Erklärern und Auslegungen, denn vielmehrvon der göttlichen Erleuchtung erwarten, wie es der heiligeThomas von Acpiin machte, der einst, als er eine Stelledes Isaias nicht verstand, zum Gebet seine Zuflucht nahmund dann die Lösung sofort fand 195 . Diese Erleuchtungvon oben ist aber um so nötiger, als die Heilige Schrift das einzigeWerk der Weltliteratur ist, das außer seinem wörtlichen nocheinen geistigen, m}'stischen Sinn in sich birgt. Denn Gott macht