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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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KEINE PFAFFENHERRSCHAFT

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Gottes, die ihm nicht weniger als dem heiligen Thomas am Herzenlag, in jeder anderen Hand besser aufgehoben geglaubt als in derdes Priesters. Nirgends fordert er die geistliche Gewalt zum Ein-schreiten gegen die weltliche auf, wohl aber spricht er der staat-lichen Behörde das Recht und die Pflicht zu, schlechte Priesterund Mönche aus der Stadt zu verjagen bzw. rücksichtslos gericht-lich zu belangen und ahnden, und wenn er hierbei auch voraus-setzt, daß zuvor die kirchlichen Oberen angerufen werden sollten,so erklärt er doch unumwunden, daß die staatliche Obrigkeit imFalle des Versagens der römischen Stellen kraft eigener Macht-befugnis wider die geistlichen Verbrecher einschreiten dürfe undmüsse. Ebenso gesteht er ihr das Recht zu, die Predigt zu ge-statten oder zu verbieten, und unterwirft sich willig ihren Verord-nungen 16 . Thomas gestattet in seinem WerkeDe Regimine Prin-cipum" den Tyrannenmord nur unter starken Vorbehalten undnur der öffentlichen Gewalt 17 . Der Frate dagegen erlaubt ihnunter Umständen selbst einzelnen Bürgern, die er im Falle desGelingens als Befreier des Vaterlands preist, fortgerissen ohneZweifel vom humanistischen Zuge der Zeit, die den Tyrannenmordals Heldentat feiert 18 . So groß ist seine Angst vor den Schädender Tyrannei, daß er sich zu ihrer Abwendung zur schwerstenBelastung der von ihm mit Thomas grundsätzlich bevorzugtenMonarchie entschließt, die er nur durch die Wahl des Tüchtigstenbesetzt wüssen will, ohne zu bedenken, daß er hiermit den Grundzu unaufhörlichen Streitigkeiten legt und gerade das Gut amschwersten gefährdet, das auch er zum Gedeihen des Staates fürdas wichtigste hält, Frieden und Ruhe. Besondere Beachtung ver-dient die ehrenvolle Stellung, die er der Musik und den Musikernzuerkennt, sowie die hervorragende Rolle, mit der er das Militärbedenkt, auch hier wieder über seine thomistische Vorlage hinaus-schreitend; für die Soldaten verlangt er besondere Vorrechte undAuszeichnungen, nicht für die Priester. Gleich dem heiligenThomas spricht er voll Bewunderung von den Bürgertugendender alten Römer, verbessert sich aber, gleichsam als reue es ihn,einem heidnischen Volke so warme Anerkennung gezollt zu haben,sofort mit der Bemerkung, der Grund ihrer kriegerischen Erfolgesei nicht so fast in ihren Tugenden, als vielmehr im Willen Gottesgelegen, die Völker ob ihrer Sünden durch den Arm der Römer zuzüchtigen. Wenn er zugleich die Vaterlandsliebe als Wurzel der