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DER STAATSMANN
am Ruder ist, erfahrungsgemäß leicht zu Zwistigkeiten kommt.Ist die Monarchie nicht möglich, so empfiehlt sich die Herrschaftder Besten, die Aristokratie, nach dieser die Demokratie, an derReiche wie Arme gleicherweise Anteil haben. Umgekehrt ist aberauch die Monarchie unter allen Staatsformen die schlimmste, wennsie in einem Bösewichte verkörpert ist; denn4ben weil hier alleMacht in einer Hand gesammelt und zielbewußt angewandt wird,wirkt sie um so verhängnisvoller. Weniger bedenklich ist es, wenndie höchste Gewalt von einer Mehrzahl Gottloser ausgeübt wird, dasie leicht miteinander in Streit geraten und daher weniger schadenkönnen, und dasselbe gilt in noch höherem Maße von der üblenHerrschaft der Menge. Die Monarchie darf immer nur durch Wahlbesetzt werden, die auf den Tüchtigsten, von dem nichts Böses zubefürchten ist, fallen soll; überdies muß Fürsorge getroffen wer-den, daß seine Herrschaft nicht leicht in Tyrannei ausarten kann.Der wesentlichste Unterschied zwischen einem Monarchen undeinem Tyrannen liegt darin, daß ersterer auf das Wohl der Ge-samtheit, letzterer lediglich auf sein eigenes zum Schaden des Gan-zen bedacht ist. Der Tyrann darf daher auch beseitigt werden, je-doch nur durch die öffentliche Gewalt, denn wie kein einzelnerBürger einen Menschen zu töten oder sich selbst Gerechtigkeit zuverschaffen befugt ist, so ist es auch nicht seine Sache, einemTyrannen das Leben zu nehmen oder die Herrschaft zu entreißen,da man sich der Anordnung Gottes nicht widersetzen darf. Nurwer Gottes Stelle vertritt, hat das Recht, wider ihn vorzugehen, unddies ist die öffentliche Gewalt, sei es die des gesamten Volkes, dasden König zu bestellen hat, sei es die jenes höheren Herrn, dem dasRecht seiner Einsetzung zusteht. Ist die Absetzung des Tyrannenauf diesem Wege nicht möglich, so muß man zu Gott seine Zu-flucht nehmen oder andere Maßregeln ergreifen. All dies trifft abernur zu, wenn der Tyrann im rechtmäßigen Besitze seiner Herr-schaft ist. Hat er sie jedoch gewaltsam und gegen den Willen derUntergebenen an sich gerissen, so kann ihn jedermann aus demVolke aus dem Wege räumen, denn dann ist er der öffentlicheFeind des ganzen Volkes, das gerechten Krieg gegen ihn führt;in einem gerechten Kriege aber darf den Feind jedermann töten,ja er erntet Lob darob als Befreier des Vaterlandes. Voraussetzunghierbei ist jedoch, daß die Berufung an einen Oberen nicht möglichist und die Tötung ohne Gefährdung des Volkes erfolgen kann,
rite