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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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STAATSVERFASSUNG

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besser, wenn sie ihren Lebensbedarf selbst erzeugen kann, als wennsie auf Handel angewiesen ist, der nur zu leicht feindseligen Stö-rungen unterliegt, überdies allen möglichen Bestechlichkeiten, Un-redlichkeiten und Händeln Tür und Tor öffnet und einen Teil derJugend dem Militärdienste entzieht, so daß man Söldner anwerbenmuß, wie dies in Florenz und Venedig der Fall ist. Allerdingswird man den Handel nie ganz ausschalten können, denn so wohl-gerüstet wird nicht leicht eine Stadt sein, daß sie nicht doch daseine oder andere von außen beziehen müßte, sodann wäre es dem Ge-meinwohle nicht zuträglich, wenn sich im Innern zu viele Waren-massen anhäuften, ohne durch die Kaufmannschaft ausgeführtwerden zu können. Endlich soll die Stadt, um immer Bewohneran sich zu locken, in einer ausgedehnten, baumreichen, dem Ge-birge nahen, mit Wäldern und fließenden Gewässern gesegnetenEbene schön, aber auch nicht zu schön gelegen sein, um die Ge-müter nicht zu verweichlichen. Am besten ist es jedenfalls um dasStaatswesen bestellt, in dem der Mittelstand am zahlreichsten ver-treten ist.

Zur Erreichung des ihm gesezten höheren Endzieles bedarf derStaat, soll nicht jedermann seinem eigenen Vorteile nachjagen unddas Gemeinwesen in Brüche gehen, der zielbewußten Leitung, dienur von tugendhaften Männern ausgeübt werden soll. Findet sichalso jemand, der alle anderen an Tüchtigkeit überragt, so ist erzur Herrschaft berufen, denn dies kommt der Weltregierung, diein der Hand Gottes, des Vollkommensten, ruht, am nächsten.Daraus folgt keineswegs, daß nicht auch andere der Ehren teil-haftig werden, denn in einem geordneten Staatswesen sieht jederauf seine Rangstufe und die ihr gebührende Würde. In einer Mon-archie kann kein gewöhnlicher Bürger, sondern nur der jeweilenTüchtigste an der Spitze stehen; fehlt es an einem solchen, so istes besser, die Menge herrscht selbst oder aber die Weisen in ihrerMitte. Die Herrschaft beruht im Naturrechte, soweit sie sich imRahmen der bloßen Beratung und Leitung bewegt; besteht sie aber,wie der Despotismus, in sklavischem Zwange, dann wurzelt sienicht so fast im Naturrechte als vielmehr im Gesetze. Die besteHerrschaft ist die monarchische, denn das Gemeinwohl heischtFrieden und Eintracht, die sich durch Einen viel leichter als durcheine Mehrheit wahren läßt. Ist ja doch auch die Leitung des Welt-alls eine monarchische, während es überall da, wo eine Mehrheit