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VERKOMMENHEIT DES KLERUS
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(f 1497) finden. Kaum ist die Hinrichtung zweier Räuber gemel-det, von welchen der eine Karthäuser, der andere Weltgeistlicherwar, so wird von einem Priester Nikolaus von Verona berichtet,der den Teufel anrief und den Leib Christi auf dem Leibe einesnackten Weibes konsekrierte, ferner von sieben Minoriten, dieeinen Kaufmann ermordeten, und von ffinem Priester Johannes,der einen Raubmord beging. Der Abt Zambeccari war als Zufluchtaller Verbrecher berüchtigt. Der Servitenmönch Lorenz wurde ineinem Bordelle verwundet, sein Ordensgenosse Johann de Faellis,Prior eines Klosters in den Bologneser Bergen, Verfasser eines Bu-ches voll Ketzereien, wurde vom Glaubensgerichte verurteilt, weiler die Teufel verehrte, ihnen Opfer darbrachte und den Leutenden geschlechtlichen Verkehr mit teuflischen Wesen in Mädchen-
gestalt
vermittelte. Der Minorit Gregor von Vercelli wurde ob
seiner Diebstähle, geschlechtlichen Ausschweifungen und Gottes-lästerungen zugleich mit einem Weltpriester und einem Laien ge-hängt. Der Prior des Klosters außerhalb des Tores St. Mamma inBologna, der das Vermögen seines Hauses mit Weibern vergeudethatte, wurde von einem seiner Mönche ermordet. Der Johanniter-ritter Achill de Malvitiis zeugte mit Nonnen Kinder, die Nonnendes Klosters Johannes des Täufers mußten ob ihres unehrbarenWandels vertrieben werden. Der Priester Nikolaus de' Pelegaüvon Figarolo wurde 1495 zu Ferrara in einem eisernen Käfig aufeinem Kirchenturme ausgehängt, w T eil er eine ganze Reihe un-glaublicher Verbrechen auf dem Kerbholze hatte 11 . So hatte erzweimal Primiz gefeiert und schon am Tage der ersten einen Mordvollbracht, aber in Rom Lossprechung erlangt. Nachher hatte ernoch vier Menschen umgebracht, zwei Frauen genommen, Weibergeschändet, Mädchen entführt und eine Räuberbande befehligt,mit der er den Straßenraub im großen betrieb. Als 1497 zu Vene-dig die Pest wütete, sprach der Franziskaner Timotheus von Luccain Gegenwart des Dogen in einer Predigt: „Ihr schließt die Kirchenwegen der Pest, aber Gott kann sie dennoch schicken. Man mußdie Dinge, die die Pest verursachen, abstellen, die entsetzlichenSünden, die ungescheut begangen w T erden, die Lästerungen Gottesund der Heiligen, die Schulen der Sodomie, die zahllosen Wucher-verträge auf dem Rialto, ganz besonders die Bestechlichkeit derRechtspflege, die Begünstigung des Reichen auf Unkosten desArmen. Was aber noch schlimmer ist: wenn ein vornehmer Frem-