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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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ROBERT CARACCIOLO

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viel Höherem, nach einer Reform der Prediger. Die Heiligkeit desLebens und die strenge Auffassung von der Erhabenheit und Ver-antwortlichkeit ihres Berufes war es vor allem, was er seinen Jün-gern einzupflanzen suchte, und wo ihm dies, wie in Johann vonCapistran, wirklich gelang, da vermochte er Großes in ihnen zuwirken und durch die Macht der Liebe die Mängel zu überwinden,die der landesüblichen Predigt anhafteten. Allein nur wenige Aus-erwählte folgten dem großen Meister auf seinem entsagungsvollenWege, und so blieb alles beim alten, ja es wurde nach ihm ehernoch schlimmer als besser. Der gewaltige Beifall, den er geerntethatte, lockte manche zweifelhaften Gesellen an, es ihm nachzu-machen 68 ; sie wähnten, neue Bernhardine zu sein, wenn sie ihmgewisse Äußerlichkeiten abguckten, und auch wo es sich um be-gabte und lernbegierige Schüler handelte, ging mit dem Mantelnicht auch der Geist des Propheten auf sie über. Zu ihnen zählteRobert Caracciolo, der vier Jahrzehnte hindurch als gefeierterKanzelredner ganz Italien durchzog, von seinen Verehrern alszweiter Paulus bewundert" 9 . Zu Lecce in Unteritalien 1425 ge-boren, trat er schon früh in den Franziskanerorden ein und genoßhier den Unterricht eines erfahrenen ungarischen Mitbruders inder Redekunst. Er studierte aber auch die Predigten Bernhardins,prägte sie seinem Gedächtnisse ein und hielt sie vor den Gläubigen,bis er mit Rücksicht auf die höheren Ansprüche, welche die durchdie humanistischen Studien verwöhnten Zeitgenossen zu stellenpflegten, eigene Predigten ausarbeitete 70 . Schon mit 23 Jahrendurfte er die Fastenpredigten in Perugia halten, die er mit einerArt Passionsspiel beendete. Im selben Jahre predigte er in Rom denFrieden und veranstaltete einen Umzug nackter Knaben, die sichgeißelten und Gottes Barmherzigkeit anflehten 71 . 1449 trat er inFlorenz auf und gewann die Gunst Cosimo Medicis. Als er dannaber später wiederkam, in ein Ordensgewand von feinstem Tuchegekleidet, das er vom Herzoge Franz von Mailand zum Geschenkeerhalten hatte, verscherzte er, da er inzwischen überdies noch vonden Observanten zu den Konventualen abgefallen war, die Gunstdes großen Staatsmannes gänzlich, der ihm auch die 200 Dukatennicht borgte, um die er ihn angegangen hatte 72 . Von Sixtus IV.zum Bischöfe von Aquin ernannt, vertauschte er diesen Sitz mitdem seiner Vaterstadt Lecce, wo er 1495 starb. Die üblen Gerüchte,die über seinen Wandel im Umlaufe w r aren 73 , entsprangen wohl