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DER PROPHET
nem Stolze blickte er besonders auf die erbitterte Verfolgung, derenGegenstand seine Proplietie war. In ihr erkannte er eine augen-fällige Bürgschaft seiner göttlichen Sendung, da ja schon die altenPropheten und noch alle wahren Seher eben als die SachwalterGottes die Zielscheibe dämonischer Nachstellungen gewesen seien.Schon zu Beginn seiner prophetischen Predigt bereitete er seineFreunde darauf vor, ihm stehe der Krieg mit einer doppelten Weis-heit in Aussicht, mit der philosophischen und mit der theolo-gischen; mit einer doppelten Bosheit, einer versteckten und eineroffenen; und mit einer doppelten Gewalt, mit der staatlichen undmit der kirchlichen. Darum vermochte ihn selbst der Kirchen-bann an der Wahrheit seiner Sache nicht irrezumachen. AlsAusfluß des von gottlosen Gegnern wider ihn unternommenen Ver-nichtungskampfes war ihm die Exkommunikation ebenso ein Be-weis der Echtheit seiner Prophetie, wie die Prophetie ein Beweisder Ungültigkeit der Exkommunikation. Man sagt zwar: „SeineWerke sind löblich und seine Lehre ist gut, aber den Bann mußman halten." „Wenn aber meine Werke und Lehre gut sind —,woher dann der Bann?" hielt er seinen Gegnern vor 101 . Gleich denvon Gott zu Führern ihres Volkes auserlesenen Männern fühlte ersich mit dem Geiste unbezwinglichen Heldenmutes ausgerüstet. Erließ sich durch keine Drohungen einschüchtern, durch keine Men-schenfurcht von der Befolgung seines göttlichen Auftrages ab-schrecken. Heiß rollte das kriegerische Blut seiner soldatischenAhnen in seinen Adern. Die Fehde, freilich nur die Fehde mitgroßen Gegnern und nicht mit elenden Wichten, ward ihm nach-gerade zur zweiten Natur 102 . Wiederholt bot er Gott sein Blut zumOpfer und flehte um die Gnade des Martyriums 103 . Er bangte nichtvor dem Tode; seine einzige Sorge war, daß Gottes Sache in ihmnicht zuschanden werde 104 . Gott aber, davon blieb er unerschüt-terlich überzeugt 105 , ließ ihn nimmer zuschanden werden. Hatteder Himmel nicht selbst ja und Amen zu seiner Prophetie gespro-chen, indem er die feindlichen Heere über die Alpen führte undsiegreich von einem Ende der Halbinsel zur andern geleitete? Trugnun aber seine Verkündigung alle Merkmale einer wahren Pro-phetie an sich, so hatte er auch nicht erst nötig, sie, wie es dieGegner immer verlangten 106 , durch ein Wunder zu bekräftigen 107 ,obschon er nicht zweifelte,, daß Gott im Notfalle ein solches nichtverweigern würde 108 . Mit berechtigter Genugtuung berief er sich