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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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DAS PROPHETISCHE BEWUSSTSEIN

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"Bannsprach Jäte

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wenn ihm die ganze Welt widerspräche und die weisesten Männermit den schlagendsten Gründen bewiesen, daß er schlafe, so ließesich der Wache hiervon doch nie überzeugen, mag es gleich zu-weilen vorkommen, daß sich ein Schlafender für wach hält. Eben-so ist der Besitz des prophetischen Lichtes eine Tatsache des Selbst-bewußtseins, die jeden Irrtum und jede Selbsttäuschung aus-schließt. Dieses unantastbare Zeugnis des Selbstbewußtseins er-füllte den Frate mit um so größerer Sicherheit, als er die Kenn-zeichen einer göttlichen Prophetie in seiner Verkündigung vollaufverwirklicht fand. Er sah sie in schönstem Einklänge mit denWahrheiten der natürlichen Vernunft, ja, er entdeckte zu seinerfreudigen Überraschung, daß er unter dem Einflüsse des propheti-schen Lichtes in philosophischen wie naturwissenschaftlichenDingen, besonders aber in Fragen der Staatskunst, wovon er seinerErklärung gemäß zuvor nichts verstanden hatte, über sich selbsthinauswuchs 97 . Er gewahrte ferner, daß durch das prophetischeLicht auch das Licht des Glaubens und das Verständnis der HeiligenSchrift in ihm auf jede Weise gesteigert ward. Namentlich erschloßsich ihm in Sachen des Seelenheils und der Seelenführung eineMenge neuer Gesichtspunkte. Vieles, was er bisher noch für zu-lässig gehalten hatte, erschien ihm nunmehr verwerflich, währender umgekehrt Dinge, die er als verdammenswert angesehen hatte,als erlaubt und löblich erkannte. Er lernte, wie er selbst sagte 98 ,bescheidener und demütiger werden und immer mehr einsehen,daß jeder Mensch die reine Eitelkeit und alles nur aus und durchGott sei. Er nahm überdies mit der Zunahme des prophetischenLichtes eine Zunahme des religiösen Eifers in sich wahr. Währendder Teufel seinen Opfern am liebsten mit den Schlingen der Hoffartnachstellt und eine selbstgefällige Freude an der Strenge ihrerBußübungen, an der Ärmlichkeit ihres Gewandes und an derMagerkeit ihres Aussehens einflößt, so gab ihm der Geist, wie erversicherte 99 , niemals solche Begierden ein, sondern tadelte ihn,wenn er in Nachtwachen und Enthaltsamkeit das rechte Maßüberschreiten wollte. Und wie in sich selbst, so sah er durch seineprophetische Predigt das religiös-sittliche Leben auch in den Gläu-bigen mächtig gefördert für ihn das sicherste Merkmal ihrergöttlichen Herkunft. Denn, sagte er sich 100 , die Wirkung muß derUrsache entsprechen, so wenig gottlose Werke göttlichem, könnengute Werke teuflischem Ursprünge entspringen. Mit unverhohle-