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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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DER BETER UND MYSTIKER

braucht; man meide allen Prunk und trachte nicht nach Reich-tum, auch nicht für die Söhne; denn sind sie geraten, so be-dürfen sie des Reichtums nicht, sind sie ungeraten, so würdensie ihn nur mißbrauchen. Trachte nicht nach dem Lobe undkümmere dich nicht um den Tadel der Leute! Handle recht-schaffen und laß die Welt reden! Heilige und beschließe deinTagewerk mit Gebet und verharre im Guten bis ans Ende! DieAnfrage einer frommen Bologneserin gab dem Frate Gelegenheit,sich über die Häufigkeit der Kommunion, überwelche er sich gelegentlich in seinen Predigten aussprach 58 , nochbesonders zu äußern 59 . Häufig nannte er die Kommunion, wennsie alle 8 oder 14 Tage empfangen wurde; daß Laien täglichkommunizierten, faßte er überhaupt nicht ins Auge. Bei derFrage nach der Rätlichkeit einer häufigen Kommunion muß derGrundsatz den Ausgangspunkt bilden, daß nichts so gefährlich,nichts aber auch so heilsam ist wie sie. Wie gefährlich sie ist,ersieht man an den Priestern und Mönchen, die, weil sie es ander nötigen Vorbereitung fehlen lassen, trotz ihrer häufigenKommunion im Bösen mehr und mehr verhärten. Und doch istnichts heilsamer als sie, wenn sie nach vollständiger Beicht undvollkommener Reue in möglichster Sammlung des Geistes statt-findet. Aber nur dann soll man sich dem Tische des Herrn öfternahen, wenn man hierdurch eine Zunahme seiner Liebe zu Gottund zum Nächsten, auch zu solchen, von welchen man Übles zuleiden hat, erfährt; ist dies nicht der Fall, so halte man sich zu-rück, im Zweifel richte man sich nach der Weisung eines ge-wissenhaften Beichtvaters 60 . Eine Anleitung zur erbaulichen Teil-nahme am heiligen Meßopfer gab der Frate in seiner kurzenAbhandlung über das Sakrament und die Ge-heimnisse der Mess e 61 ". Das Brot, erklärte er, verwan-delt sich in Christi Leib, auf daß auch der Kommunikant seineirdische Liebe gänzlich in die Liebe Christi verwandle. WieChristus auf andere Weise im Himmel als im Sakrament zu-gegen ist, so soll auch der Kommunikant, obschon mit demLeibe auf Erden, mit der Seele im Himmel sein. Wie die Brots-gestalt nach der Wandlung nicht mehr im Brote selbst, sondernin der göttlichen Allmacht ihren Träger hat, so muß sich derGläubige bewußt sein, daß all sein tugendhaftes Wirken nichtvon ihm selbst, sondern lediglich von Gottes Hand kommt. Wie