WEIHNACHTSPREDIGT
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ihm deine Krone, horche auf seine Worte, lausche auf sein Ge-setz, unterwirf die ganze Welt diesem Kinde! Ihr Fürsten undHerren, ihr Philosophen und Weltweisen, schweigt, verdemütigteuch, ein kleines Kind wird euch leiten! Juble, o Himmel, froh-locke, o Erde, erzittere, o Hölle! Etwas Unerhörtes ist auf Erdengeschehen, etwas Süßes und Wonniges: Das Wort ist Fleisch ge-worden. Was soll ich nun aber von dir sagen, seligste und glor-reichste Mutter Maria! Wer vermöchte den Jubel deines Herzens,die Lust deiner Seele, die Fülle deines Trostes auszudenken, dadu ohne Schmerzen, ohne Leiden, ohne Klagen jungfräulich ge-barst! Welche Zärtlichkeit sprengte dein Herz, als das wunder-süße Kind vor dir auf der Erde lag! O selige Maria, unberührteund unbefleckte, jungfräuliche Mutter, fruchtbare Jungfrau vorder Geburt, in der Geburt und nach der Geburt, Mutter deinesSchöpfers, Urhebers und Bildners, Mutter deines Vaters, umarmedeinen Herrn, küsse deinen Gott nach Gefallen, sättige dich anseinem Anblicke! Nimm ihn auf deinen Arm, öffne ihm deinenBusen, reiche ihm die Brust, ihm, der die Engel und Heiligennährt und die ganze Welt speist! Wickle ihn in Windeln ein, dendie Welt nicht faßt! Singe mit Wiegenliedern in den Schlaf ihn,der nie schläft! Wache über ihm, vor dem die Himmel erbeben!0 süßeste, o gütigste, o barmherzigste Mutter! Ich Unglückseligerhabe mich aus eigener Schuld von meinem Schöpfer geschieden,aus eigener Schuld tappe ich in der Finsternis und sehe das wahreLicht nicht. Nimm mich auf, ich flehe dich an, gütiger Jesus, er-leuchte mich in meiner Finsternis, wahres Licht der Welt! Sieh,wie ausgetrocknet mein Herz ist! Jesus, laß mich nunmehr ster-ben! Laß mich dein süßes Feuer in meinem Herzen spüren! Ichbeschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, wenn ihr meinen Ge-liebten findet, so meldet ihm, daß ich in Liebe zu ihm vergehe(Hohel: 5,8). 0 mein Apostel, heute denke ich nicht an dich,Jesus hat deine Rede unterbrochen und dich verdrängt 8 , umseinetwillen stehe ich von dir ab, ich schätze dich nur, insoweitdu sein Knecht und Freund bist, denn wer den Bräutigam liebt,der liebt auch die Freunde des Bräutigams. Ich lese deine Briefenicht um deinetwillen, sondern nur aus Liebe zum Bräutigam.Sprichst du darin nicht von Jesus, so mag ich sie überhaupt garnicht lesen noch sehen, sondern überlasse sie dem Staube. Ichfinde keinen Geschmack an einem Buche, in dem ich den süßesten