141unmittelbar vor dem Dürener Thor gelegenen Hause miteiner kleinen Kapelle, 1572 wurden in diesem „Gasthäus-chen“ arme Leute untergebracht, die freie Wohnung hatten,„Schlaflacken, Kerzen zum Schlafengehen und Almosenerhielten. Es lieh auch Bettdecken, Betten u. s. w. anArme aus. 1610 waren Hospitalärzte Jakob und SimonJuden von Zülpich. Wer früher den Gottesdienst in derKapelle besorgt hat, wissen wir nicht. Später lasen dieVikarien des jülicher Stifts darin wöchentlich Messen. Auchwurden Benefizien an derselben gestiftet.Das Gasthaus hatte im Laufe der Zeit seinen Patrongewechselt, da es 1673 und seitdem immer Gasthaus St.Jovimani genannt wird. 1687 hatte man die Absicht,das vor langen Jahren durch Krieg untergegangene Gast-haus (1618 bestand es noch) auf dem Platz neben derGasthauskapelle wieder aufzubauen. Es scheint nicht dazugekommen zu sein und die alte Stelle wurde zum Gartenumgestaltet, der dem Schulmeister in Benutzung gegebenwurde. Aus den Einkünften wurden regelmäßige Beiträgein Geld, Brod u. s. w. an Hausarme ausgezahlt, armeKranke unterstützt oder bei Bürgern, sowie im Minoritenkloster gegen Vergütung untergebracht und dem Schulmei-ster das Schulgeld für arme Kinder bezahlt. Die Füh-rung der Geschäfte, besonders die Einziehung und Berechnung der Einkünfte, die in Haferpächten, Pfenningsgel-dern, Geldrenten u. s. w. zu Nideggen, Vlatten, Pissen-heim, Rath, Blens, Langenbroich; Abenden, Berg bei Ni-deggen u. s. w. bestanden, lag dem vom Bürgermeisterund Rath als Provisoren des Gasthauses angestellten Gasthausmeister ob, der auch die Spenden an die Hausarmenvertheilen sollte und dessen Rechnungen vom Bürgermeisterund Rath geprüft wurden.!) Dieses Verhältniß dauertebis zur französischen Invasion. Dann wurde eine beson-dere Verwaltungscommission des Civilhospizes zu Nideggen1) 1562 „Ittem In bywessen des Amptmans Schultis Schefferund Raitz alß de alde Burgemeister kyrchmeister Gasthuißmeister samengerechentt haven und datt gelaich by wilhelm aldgnitzs damals verzerrtdairvan sall der Gasthuißmeister van wegen des Gasthuiß synes ahn-partzs des gelaichs betzallen 111 mark.
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