140dorthin. Auch zu Jülich sollen an dem Grabe viele Wun-der geschehen sein. Von der Anwesenheit der Ueberresteder Jungfrau in Nideggen geben noch zwei Ortsbenennun-gen Kunde, das Christinenthälchen am obern Abhang desJungholzes und das ebendaselbst befindliche Christinenpützchen. Hier sollen dieselben zur Zeit eines Krieges verstecktworden sein, um sie vor den Verunglimpfungen roher Kriegshorden zu schützen.4. Das Hospital oder Gasthaus.Die älteste Nachricht giebt eine Urkunde des HerzogWilhelm I. von Jülich aus dem Jahre 1358, in welcherer erwähnt, daß außerhalb der Stadtmauern von Nideggen ein Hospital neu errichtet und zu Ehren U. H. JesuChristi, seiner Mutter Maria und des h. Märtyrers Juli-anus als Patrons zur Aufnahme von armen WaisenKranken und gebrechlichen Personen datirt und geweiht wor-den sei. Der Erzbischof von Cöln und 22 andere Bischöfehätten in 3 Briefen allen Wohlthätern desselben Ablässeverliehen. Zu seiner Unterstützung habe sich eine großeBruderschaft!) gebildet, die über 300 adlige und bürger-liche Mitglieder zähle, unter ihnen Elisabeth Gräfin vonJülich, ihre Söhne Walram, den früheren Erzbischof vonCöln, Wilhelm, Herzog von Jülich und dessen GemahlinJohanna, sowie deren Söhne Gerhard, Grafen von Bergund Wilhelm von Jülich, ferner den Grafen von Saynund dessen Gemahlin, eine Schwester des Herzogs Wil-helm und Graf Wilhelm von Holland. Der Herzog fordert alle seine Unterthanen auf, der Bruderschaft beizutre-ten und das Hospital nach Kräften zu unterstützen. 1359verkaufte das „Hospital von St. Juliano buyssen dürenerporten zu Nydecghen“ eine Erbrente von 3 Mark GeldDas Hospital bestand aus einem in der Vorstadt Altwerk1) Die Bruderschaft „St. Juliani des Hospitayls zo Nydecken“ be-stand urkundlich schon 1356, muß aber viel älter sein, da die als ihreMitglieder genannten Personen damals zum Theil längst verstorbenwaren.
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