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Zweiter oder specieller Theil.I. Baugeschichte des Schlosses und der Stadt.Der erste Anblick zeigt, daß das Nidegger Schloß nichtauf einmal so, wie es sich jetzt in seinen Ueberresten dar-stellt, errichtet wurde; es ist vielmehr zuerst dem auch beiandern Schlössern zu verfolgenden Hergange gemäß einedem Raume und der Bauart nach bescheidenere Burg ent-standen, der sich später durch Umbaue und bedeutende Er-weiterungen neue und meist prachtvollere Theile anschlossen,bis endlich das Ganze von ausgedehnten Außen= und Vor-werken umgeben wurde. Trotz mehrfacher Zerstörungendurch Krieg, Erdbeben und Abbruch läßt sich der ursprüng-liche Plan noch erkennen und ziemlich genau reproduciren.In dieser Baugeschichte tritt als Hauptabschnitt die Her-stellung des großen Rittersaales hervor, die gegen die Mittedes 14. Jahrhunderts stattfand. Wir versuchen zunächst(unter Hinweisung auf den am Schlusse dieses Buches bei-gefügten Plan I., in dem übrigens die zahlreichen Wendel-und sonstigen Treppen, Kamine, Fenster, Thüren, Erkerund Vorsprünge nicht angedeutet sind), ein Bild von deralten Burg, wie sie vor dieser Zeit dastand, zu entwerfenwobei wir bemerken, daß ihre Umrisse, soweit sie von demspätern Gebäude abweichen, mit dickern Linien bezeichnetsindDie alte Burg bildete ein längliches Viereck von etwa300 Fuß Länge und 120 Fuß Breite, dessen Langseitennach Nord und Süd, dessen Schmalseiten nach Ost undWest sich richteten. An der westlichen Seite waren die Ge-mächer für die gräfliche Familie (G) mit herrlichen Aus-sichten ins Ruhrthal. Sie zeichnen sich durch die höhere