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Geschichte der alten Jülich'schen Residenz Nideggen
Entstehung
Seite
73
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73Evertz, brach das Dach vom Jenseitsthurm und die Früchtespeicher ab, sowie was noch von Eisen und Blei in denfrüher dicht vergitterten Fenstern bei den fortwährendenDiebereien übrig geblieben war. Er, wie seine Nachfolgerbrachen auch Stücke des schönsten Mauerwerks, besondersTreppenstufen und Hausteine ab, die karrenweise verkauftwurden. Erst in der Neuzeit hat dieses Zerstörungswerkaufgehört und es ist nun dem Zahn der Zeit allein über-lassen, unaufhaltsam das zu vernichten, was eine großeVorzeit geschaffen hatte. Auf diese Burg können wir mitgleichem Rechte die Worte anwenden, die Schenkendorfvom Heidelberger Schlosse singt:Es zieht ein leiſes Klagenum dieses Hügels Rand,das klingt wie alte Sagenvom lieben deutschen Land.Es ſpricht in ſolchen Tönenſich Geiſterſehnſucht aus;die theuern Väter sehnensich nach dem alten Haus.Was die Stadtbefestigungen angeht, so war das schonlange Jahre hindurchbau= und dachloseDürener Thor1756 ganz beschädigt und gefahrdrohendgeworden. Dadie fürstlichen Beamten es nicht reparirten und fortwährendSteine von demselben herabfielen, so ließ der Rath 1762das Gewölbe einschlagen und herunterwerfen. Das letzteUeberbleibsel der Festungsanlagen wurde 1810 vernichtet,indem man das Dach auf dem Zülpicher Thor, weil ge-fahrdrohend, auf den Abbruch verkaufte.II. Burgmänner, Burggrafen und Burglehenvon Nideggen.Burgmänner waren Freigeborene ingenui, denen einHerr die Vertheidigung einer bestimmten Burg (gegen Er-theilung eines Lehnguts) anvertraute, auf der sie häufig