dasommeswenn
Vorrede des Verfassers.Auf einer den Ausläufern der Eifel angehörigen Berghöhedicht über dem Thale der Ruhr ¹) liegt das alt=jülichsche StädtchenNideggen mit seiner Burgruine. Ihre Schönheit und Großartig-keit als architektonisches Werk, der Ruf der Uneinnehmbarkeit, densie im Mittelalter genoß, die Schönheit ihrer Lage, ihre Ver-gangenheit als Sitz der mächtigen Fürsten von Jülich verleihenihr eine hohe Bedeutung. Steil fallen die Seiten des Bergesnach dem Flusse ab, hundert Fuß hohe Felsenwände schützen hierdie einst weit berühmte Feste, deren epheuumrankte Trümmer dieSpitze zieren. Nur nach einer Richtung hin steht derselbe mitder umliegenden Hochebene in Verbindung, die sich dann in leiserSenkung allmählig ins Flachland hinabzieht. Einen doppeltenGesichtskreis gewährt daher auch die wundervolle Aussicht vonder Burg einerseits nach dem in neckischen Windungen sich dahin-schlängelnden Flusse, seinen waldbekränzten und mit den seltsamstenFelsformationen geschmückten Gebirgen und weiter nach den ent-ferntern Höhen der Eifel hin, andererseits über die weiten frucht-baren Ebenen des Jülicher und Cölner Landes mit den StädtenDüren und Zülpich, unzähligen zwischen grünen Obstbäumen ver-steckten Dörfern, Weilern und Höfen, sowie den durch ihre dampfendenSchornsteine den Fortschritt der Industrie bekundenden Fabrik-distrikten von Lendersdorf, Düren und Kreuzau.1) Der Fluß an dem Nideggen liegt, heißt bei den Römern Ruraim Mittelalter und später Rure, Ruere, Rur, Ruir, Rhur, Ruhr undwird noch jetzt überall von seinen Anwohnern Ruhr genannt; einQuellarm heißt noch Erkensruhr, der Ort seiner Vereinigung mit demHauptarm Einruhr, ein anderes Dorf in der Nähe Ruhrberg; undnun will man den uralten schönen deutschen Namen mit dem holländischenNamen Roer vertauschen, den die Franzosen am Ende des vorigenJahrhunderts einführten, indem sie nach ihm das département de laRoer benannten, ein Name, den man zudem falsch als Rör aussprichtindem er vielmehr wie Rohr klingt.