135ihre Ehre nicht verletzen und, wenn die eines abwesendenBruders angegriffen wurde, sie vertheidigen. Beim Eintritte verpflichtete man sich durch Eid, niemals etwas derEhre oder dem Vortheil des Herzogs von Jülich Nachthei-liges zu unternehmen; sehe sich Jemand dazu genöthigt, sosolle er es 6 Wochen vorher dem Herzog in offenem mitseinem Siegel versehenen Brief anzeigen und die Ordens-lette nach Nideggen zurückschicken. Ebendorthin wurden dieKetten der wegen Verletzung der Ordensregeln oder Schän-dung ihrer Ehre von den 4 Brudermeistern ausgestoßenen.wie die der verstorbenen Mitglieder gesandt und für diesel-ben das h. Meßopfer dargebracht und Gebete verrichtetAufgenommen wurden nur Adlige, die von mütterlicher,wie von väterlicher Seite 4 Ahnen nachwiesen und ein ta-delloses Leben führten, sowie deren Ehefrauen mit denselbenAnforderungen an ihren Adel. Auf die 4 Quatertemper-freilage wurde zu Nideggen für die lebenden, wie die ver-storbenen Mitglieder die Messe gelesen. Die Ordensinsig-nien bestanden aus einer an Sonn= und Festtagen zu tra-genden, aus Jagdhörnern zusammengesetzten, goldenen Hals-kette, an der ein gemaltes oder geschnitztes Bild des h. Hu-bertus hing, der vor einem Hirsche mit einem Kreuz zwi-schen den Geweihen kniete. Bros. II. I. c., 55 gibt davoneine Abbildung. Das Ordenszeichen, das nie abgelegt wer-den durfte, war ein goldenes, achtspitziges, weiß emaillirtesKreuz mit dem Bild des h. Hubertus und der Umschrift:„In Trau vast“ in gothischen Buchstaben. Nach Verlegungdes Stiftes wanderte auch der Orden mit nach Jülich.1708 den 29. Sept. erneuerte ihn Churfürst Johann Wil-helm und gab ihm neue Statuten. Durch die Vereinigungdes Herzogthums Jülich mit dem Churfürstenthum Bayernwurde er ein bayerischer Orden und ist jetzt der vornehmsteOrden des Königreichs Bayern.Der 1468 von einer im Solde des Cölner ErzbischofsRuprecht stehenden Reiterschaar, den sog. Böcken erschlageneWilhelm II. von Loen und Heinsberg, Graf von Blankenheim und Herr zu Jülich wurde in der Stiftskirche beige-setzt. Nach einem um 1578 geschriebenen Codex über dasLeben der sel. Christina hing damals eine goldene Tafel
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