Druckschrift 
Geschichte der alten Jülich'schen Residenz Nideggen
Entstehung
Seite
74
Einzelbild herunterladen
 

74in besondern Abtheilungen wohnten. So bekannte sich derkölnische Burggraf Johann v. Rheineck, der bei Worringen undspäter gegen den Grafen von Jülich gekämpft hatte undgefangen genommen worden war, diesem 1299 zum Burgmann (fidelis absolutus et castrensis) in Nideggen. LacII, 1032. Der oberste oder befehligende Vasall, dem oftauch andere Verrichtungen, z. B. Handhabung der JustizEinziehung der Gefälle und Renten u. s. w, oblagen, hiesbei Reichsfesten und demnach auch bei bischöflichen Schlössern Burggraf; so hatte der Erzbischof von Cöln 1171 inWolkenburg, 1176 in Drachenfels, 1200 in Rheineck, 1264in Odenkirchen, 1284 in Brühl Burggrafen. Die weltlichen Fürsten hatten ursprünglich nur Burgvögte, so dieGrafen von Berg im 12. Jahrhundert in Bensberg, 1228in der Neuerburg bei Solingen. Allmählich nannten jedoch auch die mächtigern von ihnen ihre Vögte Burggra-fen und wenn auch später das Amt ein sehr gewöhnlichesund sogar auf niedrige Verrichtungen beschränktes wurdeso ist es doch kein geringes Zeichen von dem Stolze unddem Selbstgefühle der Jülicher Grafen, daß wir schon am23. September 1232 in einer von Nideggen datirten Ur-kunde des Grafen Wilhelm als Zeugen Wilhelmum Bur-gravium finden. Lac. II, 186. Zum zweitenmale erscheintein Burggraf von Nideggen 1301, indem er mit den Gra-fen von Jülich, Berg, Cleve, Mark, den Herren von Fal-kenburg und Kuick, den Bürgern von Cöln und von Bonnals Helfer des Königs Albert, zwischen diesem und demErzbischof Wichbold von Cöln eine Sühne zu Standebringt. V. Mering, VIII, 53. 1367 begegnet uns herOelrich van Lupenauwe, borchgreve von Nydeche. Endlich ist Engelbert Niet von Birgel, dem Amt und SchlosNideggen verpfändet waren, 1412 Burggraf, Amtmannund Vogt zu Nideggen. Damit hören die Spuren einesBurggrafen auf; in den letzten drei Jahrhunderten gab essicher keinen mehr, während dagegen das Schloß Heim-bach bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts von einensolchem bewohnt wurde. In Nideggen war der Kellneran seine Stelle getreten oder er hatte vielmehr nur denNamen verändert, während das Amt blieb.