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71den. Die Stadtmauern waren niedrig und die Thorehalb verfault, so daß bei einer dringenden Reparatur alsGrund angegeben wird, damit Niemand mehr bei Tagund Nacht hindurchkriegen könne. Trotzdem wurde dieBewachung des Ortes nicht vernachlässigt, wie wir weiterunten sehen werdenNeue Verwüstungen richteten die Erdbeben von 1755bis 1766 an. Man verspürte die ersten Erschütterungenin hiesiger Gegend um die Zeit des Lissaboner Erdbebensam 1. November 1755. Dieselben nahmen an Heftigkeitzu. In der Nacht vom 26. zum 27. November waren siemit großem Geräusch verbunden, sie wurden besondersſtark verſpürt zu Montjoie, Eschweiler und Nideggen. Fort-während wehten heftige Süd= und Südwest=Winde, zuwei-len von Regen begleitet. Am 26. Januar 1756 kamenwieder starke Erdstöße mit unterirdischem Brausen, dieMinute andauerten. Am 18. Februar Morgens halbUhr erfolgte ein solcher Stoß, der ein Paternoster undAvemaria dauerte und die Kirche zu Ellen dermaßen be-wegte, daß der Kaplan, der vor dem Altar stand, aus derKirche floh und die Geistlichen vom Chor eiligst folgten. Schwä-chere Erschütterungen machten sich fortwährend bemerklichbis gegen Ende August. Den ganzen Februar hindurchhatten die Glocken im St. Anna=Thurm und auf demRathhaus zu Düren geläutet. Einzelne Stöße wiederholten sichbis 1760. Da wurden sie am 20. Januar Abends um 11Uhr so stark und so lange anhaltend, daß Alle meinten,zu Grunde zu gehen, wobei viele Häuser in= und auswen-dig gebrochen und zerspalten wurden. Es dauerten dieErdbeben bis 1766. Rumvel, Materialien zur GeschichteDürens und seiner nächsten Umgebung S. 596 ff. Diedenken in friedlicher possession vel quasi gewesen und desselben jederZeit nach notturft biß an hero gebraucht“. Der Burgflecken selbstwurde 1655 als außerhalb der Ringmauer gelegen bezeichnet und nichzur eigentlichen Stadt gerechnet, wiewohl er unter deren Jurisdiktionstand. 1700 heißt es: „die in dieses schloß inclavirte pfarkirch“. DerThurm im Croatirhof war ebenfalls Eigenthum der Stadt; doch suchtesie die häufig sehr kostspieligen Ausbesserungen, wo sie konnte, der Re-zierung zuzuschieben, die auch im Dez. 1701 aus Beiträgen des Am-tes dieselben ausführte