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meln, wie auch der Landmann zu schlimmen Zeiten Schutzfür seine Person, Familie und Habe darin fand. EinTheil der Burgmänner nahm hier Wohnung; zahlreicheHandwerker fanden Beschäftigung. Adlige und Inhabervon Hofämtern (Räthe, Mundschenk, Kanzler) erwarbenHäuser und ließen sich nieder. Jedenfalls mochte auchschon von Anfang an ein Theil der später so bedeutenderPrivilegien der Stadt anlockend wirken. So entstand aufdem Bergrücken, unmittelbar vor dem Schlosse ein Burgflecken, den man mit starken Mauern und Thürmen um-gab, und in dem man eine schöne und große Kirche baute,die 1219 dem deutschen Orden übergeben wurde. Dieserursprüngliche Flecken ist noch deutlich zu unterscheiden.Lange und dicke, an beiden Abhängen des Bergrückens ent-lang laufende Mauern schlossen sich einerseits an die Burean, andererseits erhielten sie ihren Abschluß gegen diejetzige Stadt Nideggen, das damalige offene Land, durcheinen Wall, Graben und Mauer, welche letztere durch dreiThürme befestigt war.!) An der Ostseite führte das ro-1) Der eine dieser Thürme hieß der Bollwerksthurm oder das Boll-werk Valkenstein von einem Comthur der Johannitercommende, inderen Garten er lag. Ein anderer und zwar der Eckthurm am Hei-mersteiner Thörchen hieß der Gertzener oder Garzener Thurm der jetzigesog. Graziasthurm, mit welchem folgende Sage verbunden wird. AlsCarl V. 1542 den Herzog von Jülich bekriegte, lag eine Truppe seinerSoldaten in Bergstein. Der Anführer beschloß durch eine Kriegslist,das damals noch wohl befestigte Nideggen einzunehmen. Er hüllte sichin einen zottigen Hundspelz, um die Wachen zu täuschen, und schlichsich in dieser Verkleidung an die Stadt heran. Seinen zurückgebliebe-nen Truppen hatte er befohlen, auf ein bestimmtes Zeichen, falls erGelegenheit zum Ueberfalle erspähe, zu ihm zu eilen; bliebe das Zei-chen aus, so sollten sie sich zurückziehen, denn dann sei er gefangenoder getödtet. In letzterem Falle hatte er fluchend geschworen, wolleer noch Jahrhunderte lang der Schrecken der Gegend sein. Er wurdevom Graziasthurm aus erschossen und muß nun jede Nacht den Wegvon Bergstein durch das Sürthgen (Fußpfad von der dortigen Kirchenach Kall) bis Nideggen und zurück stöhnend und ächzend in Gestalteines Hundes zurücklegen, wobei er seine boshafte Natur dadurch zuerkennen giebt, daß er Leuten, die ihm begegnen, zwischen die Beineläuft, sie eine Strecke weit fortträgt und dann unsanft abwirft odersonstigen Unfug treibt. Er wird Sürthgens=Musel, d. h. Hund, dervom Sürthgen herkommt, genannt.