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Geschichte der alten Jülich'schen Residenz Nideggen
Entstehung
Seite
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mit Steinkreuzen versehenen Fenster und durch die anzierlichen Wandpfeilern vorſpringenden Kamine vor deübrigen Resten der alten Burg aus. Gegenüber erhoſich hoch und mächtig der viereckige Jenſeitsthurm, (Eder weithin sichtbare Wächter der Burg nach der flacheOstseite hin. Er enthielt im Erdgeschosse die Burgkapell(d) einen dunkeln, nur durch schmale Fensterluken erhellten und von einem weiten Kreuzgewölbe überspannteRaum; die Seiten haben je zwei in der Mauerdicke liegende halbkreisförmige Nischen, während eine ebensoleApsis zur Aufnahme des Altars bestimmt war. In deHalbkuppeln dieser Nischen findet man noch Reste romanischer Malerei, bestehend aus einfachen, durch rothe unschwarze Striche gezogenen Dekorationen und nicht meierkennbaren Figuren. Auch der Altar steht noch da, derder Minoritenpater Bauer aus dem Schutt hervorsuchtund, schwerlich an seiner ursprünglichen Stelle, die dochgewiß die Mitte der Apsis war, aufstellte. Durch einspäter gebrochene Thüre gelangt man aus der Kapelle idas Hauptburgverließ (e), in das die Gefangenen ursprünglich durch eine in der Gewölbdecke befindliche Oeffnungvon oben herabgelassen wurden. Acht Fuß dicke Mauerumschließen diesen feuchten Kerker, dem nur ein schmaleFenster einen Strahl Lichtes zuführte. Hier wurdenden wilden Zeiten des 13. und 14. Jahrhunderts HerzeLudwig von Bayern, die Kölner Erzbischöfe Conrad vonHochstaden und Engelbert von Falkenburg, Graf DiedrichVII. von Cleve, Ritter Reinhold von Falkenburg und deKaisers Bruder selbst, Herzog Wenzel von Luxemburg be-wahrt. Begreiflich ist es, wenn die Chronika der hilligestat von Cölln sagt, der Graf von Jülich habe den Erbischof Engelbert an einen so schlimmen Ort gelegt, daßer glaubte sterben zu müssen, wegen der Fesseln und derFäulniß des Kerkers. Die obern vier Stockwerke des Jenseitsthurms, von denen jedes zwei sehr große Säle mitweiten Kaminen enthielt, waren zu Wohnräumen eingerich-tet. Dieselben erfuhren manchfache Umbaue. Besonders einstammt der runde, in der Mitte des Thurmes vorsprin-gende und an dessen Außenseite malerisch hinaufklimmende