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Geschichte der alten Jülich'schen Residenz Nideggen
Entstehung
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27Im Jahre 1314 oder 1316 beherbergte das Schloß wiedereinen vornehmen Gefangenen, den Grafen Reinhold vonFalkenburg, den Gerhard von Jülich aus seiner Burg vertrieb und mit sich nach Nideggen nahm, von wo er ihnerst gegen ein hohes Lösegeld entließ. Teschenmacher, I. c.S. 392, Bros. Annal. Jul., S. 56. In diese Zeit fälltauch der Aufschwung des Städtchens. Schon 1219 hattedasselbe eine Pfarrkirche, die Graf Wilhelm dem deutschenOrden schenkte. 1237 wurde dessen Bürgern das Recht be-stätigt, wie sie es bis dahin gethan, das nöthige Bau= undBrandholz aus dem Wald von Conzen zu fällen. Auchhatte es schon 1308 ein eignes Stadtgericht mit Schultheiß,Schöffen und Gerichtssiegel. Den eigentlichen Grund derstädtischen Freiheiten aber legte Graf Gerhard 1313 durchden großen Privilegienbrief, wodurch den Bewohnern Be-freiung von allen und jeglichen Lasten im Jülicher LandeBeden, Zöllen, Steuern und Accisen, sowie von dem Amts-gerichte ertheilt und eigne ſtädtiſche Gerichtsbarkeit auf ewigzugesichert wird. Wahrscheinlich war es auch dieser Graf,der das ursprüngliche, unmittelbar aus Schloß angrenzendeStädtchen sehr bedeutend erweiterte und dann in diesemgrößern Umfang mit prachtvollen Mauern, Thürmen undThoren schmückte. Eine bauprächtige romanische Pfarrkirchemit einer Deutschenordens= später Johannitercommende, undein Hospital mit gothiſchem Kirchlein beſaß Nideggen ſchon;nun verlegte Markgraf Wilhelm von Jülich 1342 auch dasdrei Jahre vorher zu Ehren der sel. Christina in Stommelngegründete Collegiatstift mit 26 geistlichen Stellen nach Nideggenwo er ihm vor dem Brandenberger=Thor eine schöne Kirchemit Kloster baute und es reichlich mit Gütern beschenkte.Unter diesem Wilhelm wuchs das Fürstenthum Jülich außer-ordentlich an Ehren und an Macht. Kaiser Ludwig derBayer, den er auf einem Zuge nach Italien 132730 be-gleitet, und dem er gegen den Ungarnkönig beigestandenhatte, erhob ihn 1336 im August zum Markgrafen undsetzte ihn in die vier erblichen Hofämter eines Truchsessen,Schenken, Marschalls und Kmmerers ein. Dem prachtliebendenund hochstrebenden Fürsten mochte nunmehr das alte Ahnen-schloß, wie schön und geräumig es auch gebaut war und