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Geschichte der alten Jülich'schen Residenz Nideggen
Entstehung
Seite
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noch Drohungen des Papstes bewogen ihn, den Gefangenenfreizugeben. Sein trotziger Sinn offenbart sich in der Ant-wort, die er gab: „Er habe einen Vogel in seinem Landegefangen zu seinem Schaden, der müsse ihm zu Willen ineinem Korbe sitzen; er habe keinen Pfaffen gefangen, sonderneinen Räuber und bösen Reiter und einen Landverderber:wer ihn haben wolle, daß der käme und ihn hole“. Chron.der hill. stat van Cöllen, Fol. 235. Die Behandlung desErzbischofs erzählt die Cölner Chronik folgendermaßen:„Er brachte ihn nach Nideggen auf das starke Schloß, sperrteihn in den Thurm und legte ihn in so große und starkeeiserne Fesseln und an einen so schlimmen Ort, daß er bei-nahe gestorben wäre durch die Fesseln und die Fäulniß desKerkers. Dazu machte man ihm einen eisernen Kasten, wieeinen Vogelkäfig draußen an der Mauer des Schlosses, umihn zu beschimpfen. Und der Bischof mußte darin sitzen, sooft und so lange der Graf es wollte!). 1268 den 2. Augustsprach der Papst den Bann aus über den Grafen, dessenErstgebornen Wilhelm, den Grafen von Geldern und dieStadt Cöln und schickte, da auch dies fruchtlos war, denBann am 10. August 1270 an viele Bischöfe und benach-barte Pröbste mit dem Befehl, ihn bei brennenden Kerzenund unter Glockengeläute zu verkünden und im Jülichschen,Geldrischen, sowie in der Stadt Cöln abermals das Inter-dikt einzulegen. Da erfolgte die Freilassung des drei undein halbes Jahr gefangen gehaltenen Erzbischofs. Nochist der düstere, kalte Kerker erhalten, der ihm ungastlicheHerberge bot; noch wird der Stein gezeigt, der ihm alsAltartisch gedient haben soll! Noch jetzt lebt auch die Ent-rüstung des katholischen Volkes über die schimpfliche Be-handlung seines Erzbischofs in der Sage vom Schluffjau:das ist der Geist des bösen Burggrafen, der wenn er sich1) Lac. Archiv III, S. 78 meint, die Worte des Grafen, er habeeinen Vogel gefangen, der müsse ihm in einem Korbe sitzen, seien bildlichzu nehmen und erst später habe sie die Sage wörtlich aufgefaßt. Wirglauben zu einer solchen Annahme um so weniger gezwungen zu sein,als mit der Erzählung der Chronik die Ueberlieferung am Orte Nideggenvollständig übereinstimmt, die einen aus dem Schlosse herstammendenund in der Pfarrkirche aufbewahrten eisernen Gitterschrank als denjenigenbezeichnet, in welchen der Graf den Erzbischof eingesperrt habe.