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Geschichte der alten Jülich'schen Residenz Nideggen
Entstehung
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24Nachts, aufgeschreckt aus bösen Träumen, schlaflos auf seinemLager wälzte, in den Kerker des Erzbischofs hinabstieg undihn durch Rasseln an seinen Ketten weckte, um auch ihmdie Ruhe zu rauben und ihn zu verhöhnen und zu mißhandelnDafür muß er nun mit ähnlichen Ketten gefesselt, wie derErzbischof, allnächtlich die zerfallenen Räume des Schlossesruhelos durchirren, wo er unglückliche Begegnende als Spukgestalt erschreckt. ¹) Bei seiner Freilassung mußte der Erzvischof Verschreibungen ausstellen, die das ganze KölnerLand versicherte. Am 16. April 1271 versprach er 400 Mark(100 für die Kosten seiner Verpflegung in Nideggen) zuzahlen, die Stadt Cöln nicht ferner zu beunruhigen undtrat viele Gerechtsame an die Grafen von Jülich, Berg undGeldern ab. Lac. II, 608. Nach der Freilassung des Erz-bischofs sprach der Papst das Jülichsche vom Banne losdie Stadt Cöln blieb unter demselben sogar nach dem 1275erfolgten Tode Engelberts. Die Ruhe des Friedens sagtedem Grafen von Jülich nicht zu und so griff er 1277 nocheinmal zu den Waffen, um, wie sein Leben eine Reihe derverwegensten Kämpfe gewesen war, im Kampfe sein Lebenzu verlieren. Diesmal galt es der Stadt Aachen, die einBündniß mit dem neuen Erzbischof Siegfried von Westerburggeſchloſſen hatte. Der Graf wollte die Stadt, in der er einebedeutende Partei für sich hatte, durch einen Handstreichnehmen. Am 16. März Abends neun Uhr erschien er mit472 Rittern und Knechten am Cölnthor, das ihm von seinenAnhängern geöffnet wurde. Die Bürger jedoch vertheidigtenihre Stadt wacker und tödteten die ganze Schaar. Gra-Wilhelm, sein gleichnamiger Erstgeborener und zwei natür-liche Söhne fielen von der Hand der kräftigen GrobschmiedeAm folgenden Tage wurden die Leichen der Erschlagenenausgeliefert, nach Nideggen gebracht und in der Mitte derPfarrkirche beigesetzt. Des Grafen Gemahlin Richardisdie derselbe unter dem Schutze seiner mächtigen und treuen1) Erst in jüngster Zeit soll ihm die Erlösungsstunde geschlagenhaben und der Schluffjan, als man im Anfange dieses Jahrhundertsden berühmten unterirdischen Gang verschüttete, in denselben eingesperrworden sein; der Schluffian paßt nun einmal nicht in unsere aufgeklärteder kindlich=poetischen Anschauung unserer Altvordern abholden Zeit.