22am Niederrhein zu erringen. Die alten Ansprüche auf dieHerzogswürde in Niederlothringen gaben den Vorwand.Die Grafschaften Ahre und Hochstade verstärkten die Machtder Erzbischöfe, die sich auch durch zahlreiche Lehnsaufträgeden Adel zu verbinden suchten. Vor Allem aber glaubtensie die unbeschränkte Herrschaft in der reichen und mächtigenStadt Cöln erlangen zu müssen. Die steten Reibungen,die schon Conrad mit derselben gehabt, loderten nunmehrzu heller Flamme auf. Der Graf von Jülich war der er-bittertste Feind Engelberts und der Anstifter und die Seelealler Bündnisse gegen denselben. Er benutzte die Furchtder niederrheinischen Großen, wie der Stadt Cöln vor dessenwachsender Macht zur fortwährenden Bildung von Coalitionenund vielleicht würden sich die Machtverhältnisse und dieGeschichte des Niederrheins ganz anders gestaltet habenwenn er nicht die ganze lange Zeit seiner Herrschaft von1219 bis 1277 mit unermüdlicher Ausdauer der Bekämp-fung des erzbischöflichen Stuhles gewidmet hätte. ImJahre 1267 fiel der Erzbischof plötzlich verheerend in dieGrafschaft Jülich ein, und nahm Sinzig und andere Städtchendurch Ueberrumpelung. Wilhelm beschickte eiligst seine Bundes-genossen, die Grafen von Geldern, Berg, Katzenellenbogenund andere Herren, sowie die Stadt Cöln, und es kamauf St. Lukastag (18. October) 1267 zur Schlacht amMarienholz, zwischen Zülpich und Lechenich (das man irrigerweise mit dem Kloster Mariawald bei Heimbach verwechselthat). Anfangs mußte Wilhelm vor der doppelt so starkenMacht des Erzbischofs weichen; dann drang er aber, vonseinen Freunden unterstützt, bis in die Mitte des feindlichenHeeres, nahm Engelbert nebst dem Grafen Diedrich VIIvon Cleve gefangen und führte sie nach Nideggen. Letzterererhielt bald die Freiheit, als er seine Tochter Elisabeth demSohne Wilhelm's, Gerhard, zur Ehe versprach. Nicht soglücklich war Engelbert. Der päpstliche Nuntius Bernhardvon Castineto gab sich viele Mühe, seine Freilassung zubewirken. Er schickte den Kölner Chorbischof Winrich, denDechanten von St. Georg, den Guardian der Minoritenzu Cöln und den Provinzial der Dominikaner, Albertusmagnus zum Grafen. Allein vergebens. Weder Bitten,
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