desselben lag. Es ist jedoch nicht wohl denkbar, daß GrafAlbert, der auf Molbach wohnte, das er wiederum erst er-baut zu haben scheint, schon in so unmittelbarer Nähe einzweites bedeutendes Schloß gehabt habe, und wir vermuthendaher, daß erst Graf Wilhelm II. von Jülich dessen Erbauer sei. Er war ein mächtiger und thatkräftiger Fürst,und nachdem er zu den von seinen Vorfahren ererbtenLanden die Molbachschen Güter hinzugefügt, mochte er gerndas schutzlose, mehrmals eingenommene und verwüstete Jülichmit dem starken Berg an der Ruhr vertauschen; denn fürein festes Schloß von größtem Umfange konnte kein bessererPlatz im Jülicherlande gefunden werden. Auch die herrlicheLage am schönsten Punkte des Ruhrthals und die weiten,wildreichen Wälder mochten verlockend wirken. So ist dennwahrscheinlich, daß Schloß Nideggen zwischen 1177 und1207 gebaut worden. Eine weitere Zeitbegrenzung enthältder Pingsheimer Friede, der 1279 zwischen dem Erzbischofvon Cöln und den Jülicher Grafen geschlossen wurde. Letztereerkennen darin an, daß ihre Vorfahren Schloß Nideggenmit 24 mansi (Landcomplexen von 20—30 Morgen) demErzbischof Philipp für 1600 Mark zum Eigenthum über-geben hätten, für welche ihnen damals die erzbischöflichender sich unter seinen Füßen öffnenden Erde sammt seinen Schätzen undseiner stolzen Burg und seinen mit ihm prassenden Gesellen mitten imGelage verschlungen worden sei. Das Volk meidet deshalb wegen desdort sich herumtreibenden nächtlichen Spukes die Gegend, wo diestolze Burg früher gestanden, nicht aber lüsterne Schatzgräber, die zuverschiedenen Zeiten und noch in den dreißiger Jahren dieses Jahr-hunderts von Düren aus sich hier eingefunden haben, und die mit ihrenBeschwörungsformeln den bösen Geist des Raubritters, der in denBurgverließen seine Schätze bewacht, zu bannen versucht haben.)1) Auf ihn wird auch wegen seiner riesigen Körperkraft, die imJülicher Lande in unserer Gegend herumlaufende Sage vom starkenHelmes gedeutet und noch heutzutage sagt man, wenn man von einemMenſchen ſpricht, deſſen Stärke über das gewöhnliche Maß hinausgeht:„er ist ein starker Helmes“. Eine andere Sage macht aus dem aufder Burg Nideck früher in grauer Vorzeit hausenden, von Chamisso inseinem Gedichte „das Riesenspielzeug“ besungenen Riesen und demstarken Helmes eine und dieselbe Person. Chamisso knüpft zwar seineSage an die Ruine Nideck im Elsaß (Vergl. S. 1.), aber dieselbeSage mit allen ihren Einzelheiten findet sich in Nideggen an der Ruhr.
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