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Geschichte der alten Jülich'schen Residenz Nideggen
Entstehung
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17Höfe Petternich und Rödingen in der Gegend von Jülichverpfändet worden seien. Philipp saß auf dem erzbischöflichenStuhle von 11681191. Soviel steht also fest, daß Nideggen1191 schon bestand. Das Resultat ist, daß wir die Er-bauung des Schlosses zwischen 1177 und 1191 setzen.Damit stimmt auch die Bauart des Schlosses, wie derPfarrkirche, der ältesten Reste von Nideggen überein, dienamentlich auf eine frühere Zeit hindeutet, als das Endedes 12. Jahrhunderts. Sehen wir nun zu, ob und in wieweit der oben angeführten Sage ein geschichtlicher Kerninnewohnt. Auf dem Nideggen gegenüberliegenden sogen.Burgberg bei Bergstein stand früher eine Feste, der Berensstein oder Berynstein, von der noch einige Grundmauernübrig sind. Herzog Walram von Limburg erhielt sie 1198von König Philipp von Schwaben zum Lehen und ErzbischoAdolph von Cöln zerstörte sie noch in demselben Sommer.Später war mit dem Berg, der nunmehr nur noch dieTrümmer der Feste trug, Wilhelm III. von Jülich belehnt,der ihn 1219 dem deutschen Orden schenkte. Da kurz vorder Zeit, wo die Zerstörung des Berenstein stattfand, BurgNideggen, der Jenseitsthurm aber höchstens einige Decennienspäter erbaut wurde, so ist es an sich nicht unmöglich, daßfür letztern die Steine des Berensteins benutzt worden sind,zumal der, wenngleich beschwerliche Transport, der durchFrohndienste geleistet wurde, wenigstens für die Quader-steine zur Bekleidung des Mauerwerks nicht kostspieligensein mochte, als das theure Steinmetzen erfordernde Brechenund mühsame Behauen neuer Steine. Jedenfalls mochtees dem stolzen Sinne der zu immer größerer Macht steigendenGrafen zusagen, die Trümmer der einst gefürchteten Reichs-feste in ihre Burg herüberzutragen und hier als stattlichenThurm neu aufzupflanzen. Auffallend ist es immerhin,daß die zum Jenseitsthurm gebrauchte Steinart sich in derNähe von Nideggen nirgendwo vorfindet, dagegen mit dem1) Meyer, Aachener Geschichte, S. 261 und nach ihm und auf seineAutorität hin alle weitern Schriftsteller nehmen an, daß diese BurgBerinstein unmittelbar bei Aachen gelegen habe; wir werden die inunserm Text aufgestellte Ansicht, die uns ganz unzweifelhaft scheint, ineiner besonderen Abhandlung vertreten.