erne.DernauSaffen-wins
Erwerbtitel der Jülicher Grafen in der Gegend vor 1207ist nicht bekannt und so halten wir um so mehr die An-nahme gerechtfertigt, daß Nideggen zu dem Besitzthum desGrafen Albert gehörte, von dessen Schloß Molbach es nureine Stunde entfernt ist, als es innerhalb des Wildbannesund Kirchspiel Nörvenich aber sind bald nachher im Besitze von Jülich.Es ist nun wohl unläugbar, daß Albert von Molbach Verwandter undErbe des Nörvenicher Hauses gewesen und durch ihn wird auch dasSchloß an Jülich gekommen sein. Ferner halten wir Albert von Nörvenichund Albert von Molbach für dieselbe Persönlichkeit, die sich zuerst abwechselnd nach dem alten Stammsitze und dem eben erst erworbenenpfälzischen Lehn, das ja 1131 noch Alverada von Cuch besessen, Lac. I, 310,und auf dessen Gebiete sie sich wahrscheinlich das sehr anmuthig gelegenSchloß Molbach, Mulbach oder Manbach erbaut hatte, benannte, dannaber, nachdem sie hier ihren Hauptsitz aufgeschlagen, den alten Stammnamen ganz ablegte und den der neuen Wohnung annahm. Da fernernach den Annalen des hist. Vereins für den Niederrhein H. VI, die1131 als Inhaberin der Waldgrafschaft des Reichswaldes vorkommendeAlverada von Cuch außer andern Kindern eine Tochter Adelheid besaßund auch Alberts von Molbach Gemahlin Adelheid hieß, so ist un-zweifelhaft auch der Graf Adelbert von Nörvenich, der 1141 Waldgrafwar, unser Albert von Molbach und zu dieser Waldgrafschaft als Ge-mahl von Alveradens Tochter Adelheid gelangt, was sich noch durchden Namen seiner Tochter Alverada, Gemahlin Wilhelm II. von Jülich,bestätigt. (Vorstehende Ausführung des seligen Verfassers, daß Albertvon Nörvenich und Albert von Maubach dieſelbe Perſönlichkeit ſei, unddaß später die Grafschaft Nörvenich, wie auch die Grafschaft Molbachan die Grafen von Jülich gekommen seien, bestätigt eine, noch heutein der Nörvenicher Gegend im Munde des Volkes lebende Sagewelche behauptet, daß die Burgen zu Heimbach, Nideggen, und Nörvenickdenselben Herren, welche Raubritter gewesen, zugehört, ja daß die Burgvögte von Nideggen und Nörvenich mit einander durch von den beider-seitigen Burgthürmen gegebene Signale in Verbindung gestanden undsich jeden Morgen den Morgengruß zugewinkt hätten. Es ist jedochhier nicht von einem der noch stehenden Burghäuser in Nörvenich dieRede, sondern von dem ehemals auf dem Höherücken zwischen Nörvenickund Oberbohlheim gestandenen Waldschlosse, von dem nur noch dieWallgräben und einige Mauerreste der Kellergewölbe und Burgverließeübrig geblieben, die mit dichtem Waldgestrüppe bewachsen sind, undim Munde des Volkes das „versunkene Waldschloß“ heißt. Auchdie Sage, die sich an dieses versunkene Waldschloß knüpft, deutet aufden Seite 14 im Texte vorkommenden grausamen Grafen Wilhelm II.von Jülich hin. Die Sage erzählt nämlich von einem Raub-ritter, der hier gehaust, der Kirchen und Klöster geplündert, reisendeKaufleute beraubt, Frauen und Jungfrauen geschändet und hier ungeheure Schätze aufgestapelt habe, der aber zur Strafe, als er einst einschönes, blühendes Weib ihrem Gemahle geraubt, auf deren Fluch von