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Trotzdem und trotz seiner Unzufriedenheit mit AI. Erfolgen in England Oktoberund den Niederlanden (no. 335) correspondirte der Pfalzgraf im Sommer1582 mit AI. (no. 376) und stand auf Seiten des neuen Herzogs vonBrabant dem Kaiser und der Mehrheit des R-Tags gegenüber. DerKaiser hatte seit dem Scheitern der Kölner Friedensverhandlungen ver-gebens gegen das Vordringen der französischen Politik in den Nieder-landen seine Stimme erhoben; er erhielt von K. Heinrich III nur die■wertlose Versicherung, dass er Spaniens Freund sei und mit dem Unter-nehmen seines Bruders gar nichts zu tun habe (vgl. z. B. Heinrichs Sehr,an den Kaiser vom 23. Juni 1580, "Wh. Cop.; vom 23. April 1581, Dr.Cop.; Busbec an den Kaiser, 25. März 1582, Busb. a. a. O. 467/8).Nachrichten von AI Verbindung mit der widerspenstigen Stadt Aachenmuesten den Unmut des Kaisers und der katholischen Stände noch steigern(am 19. April 1581 berichtet Barvitius aus Köln nach München: ,,DiciturAquisgrani ducis Alenconii nomine Guimellius ad incendium magis inflam-
mandum agere. Casimirus equitatus auxilia si opus sit pollicetur.....
Alenconius primarios illius urbis Davos nominatim commendando bonoesse animo iubet, non defutura lilia, si desit aquila-'. Ma. 130/1.)Am Kaiserhofe begannen kriegerische Stimmen laut zu werden (no. 333.337). Wir sahen bereits, wie am R.-Tag die Katholischen des Fürsten-rats zwar nicht zum offenen Krieg mit Frankreich, aber doch zu ent-schiedenen Massregeln gegen AI. und zu Gunsten Spaniens drängten. AI.beabsichtigte dagegen durch eine feierliche Gesandtschaft an den R.-Tag.die Anerkennung seiner neuen Würde und die Aufnahme der Provinzenunter den Schutz des Reichs zu erreichen. Bouillon und DuplessisMornay waren hiefür ausersehen ; Albada, der ebenfalls teilnehmen sollte,hatte keine Lust. Aber nach Mornay's Angabe hätte AI. selbst ihre Ab-reise wieder hintertrieben (Mem. de Mornay I, 135/6; II, 133 ff.).Sicher ist, dass zu Augsburg der Kaiser (mit den Kff.) bescbloss, denGesandten entgegenzuschicken und sie zur Einstellung ihrer Reise auf-zufordern (no. 388; vgl. die Nachricht der Casimirischen no. 385). J. C.hatte seineRäie befohlen, für Anhörung der Gesandten einzutreten (no. 357;vgl. 350); ebenso Kf. Ludwig. — Ebensowenig wie die Alenconischenerschien ein Gesandter Frankreichs zu Augsburg; auch der gew. fran-zösische Resident am Kaiserhof (Ancel) vermied den Besuch des R.-Tags(er fehlt im Verzeichniss der Gesandten bei Fleischmann). — Wietrotzdem auf katholischer Seite jene erwartete Gesandtschaft ausgebeutetwurde, zeigt ein Pamphlet aus dem kölnischen Krieg (ein angeblichesSehr. Parma's an die Kölner, 1. April 1583, Ma 130/5): „Hie praetereun-dum non est de legatis Alenconii ad comitia Augustana missis, quosCaesar Augustam nolebat ingredi, eos ibi clam delituisse, cumPalatinis et Casimirianis de omnibus consiliis communicasse, inter eos
Plessium fuisse, qui Bullonensi legationis socius erat.....Ab electore
Saxone relictos legatos sive consiliarios, in quibus aliqui regi Galliae sti-pendio obstricti erant; postquam abiisset elector, importuniores fuere."
15) Vgl. no. 331; 407; 416.
16) Vgl. oben A. 9.
17) Vgl. no. 372; 402.
18) Sachsens Stellung zur Tßrkenliga im J. 1573 wurde oben p. 94charakterisirt, die Hoffnung der Curie auf die Bekehrung des Kf. wieder-holt besprochen (vgl. p. 35; 136/7; 199; hiezu Aretin, Maximilianp. 242 f.; Lossen I, 359 f.). Im J. 1575 hatte der spanische Gesandte,im J. 1577 der Nuntius Delfino Dresden besucht (oben p 138; no. 54;292); ein päpstliches Dankschreiben wegen der Aufnahme des LegatenCommendone kündigt Baiern dem Kf am 4. Febr 1579 an (No 157).Der Jesuit Possevino sollte es überbringen. Am 17. Juli 1582 schreibtder B. von Würzburg aus Augsburg an den Papst: „De his et statu ec-clesiae meae S. V. copiosius ex patre Possevino .... sicut etiam de