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weist uns auf die kommenden Zeiten der Verwirrung. Diese Mi-schung von religiösem Eifer und grobem Eigennutz, von fürstlichemSelbstgefühl und söldnerischer Geldgier, von französischer Modeund deutscher Grobheit, vor Allem dieses politische Grosstun ohnereale Macht, das sind die Kennzeichen eines fürstlichen Proletariats,das vereinzelt schon im 16, Jahrhundert auftritt, beim Ausbruchdes grossen Kriegs aber eine Zeitlang die Heldenrollen übernimmt.Dabei mag manch gesunder politischer Gedanke, manch ritterlicheroder sogar patriotischer Zug mitunteiiaufen, den Grundton bildetdoch stets der Egoismus einer unbefriedigten, emporstrebenden Per-sönlichkeit. Vor den äussersten Oonsequenzen solchen Treibens istJohann Casimir mehr durch Glück als durch eigne Klugheit bewahrtgeblieben. Ein langjähriger Vertrauter des Pfalzgrafen drückt diesnicht ohne Stolz mit den Worten aus: „In Summa, es ging uns fast,wie man saget: Nos contra omnes et omnes contra nos. UnserHerr Gott aber erhielt uns." Der so spricht, war der beste vonden neuen Ratgebern, die, mit einer ernstlichen Unionspolitiknicht zufrieden, den allzulenksamen Pfalzgrafen mehr als einmalzu einem ebenso gewissenlosen wie gefährlichen politischen Spielverleitet haben. Johann Casimir selbst wird besser als durchmanche ausführliche Charakteristik gezeichnet durch die spöttischhingeworfene Frage eines französischen Pamphlets: „Est-ce pas uncadet d'Alemagne^?" 1 )
II. Johann Casimirs erster französischer Feldzug
1567/68.
Als Kurfürst Friedrich von Amberg heimkehrte, war die Reichs-exekution gegen den geächteten Sachsenherzog im vollen Gang undganz Deutschland von unheimlicher Bewegung .und Beängstigungerfasst. Da und dort wurde gerüstet; man sprach von einer grossenAdelsverschwörung, von französischen, lothringischen, schwedischenAngriffsplänen, von Absichten Spaniens auf die römische Königs-
1) Advertissement des catholiques anglois aux F rancois catholiques1586 (s. 1.) p. 125. Eine herbe, aber zutreffende Charakteristik JohannCasimirs bei Thuanus CIV. 7.