516 1582 385-386
8. 9. Aug. die im reich vcrpotten, ala den Calvinianismum Sie rumbten sieh, deomagis esse ohediendum quam hominibus; w ölten sie aus iremhaupt, dem catholicissi mo rege, nur ein pur lautern men-schen machen, da er doch mit got und durch got regiret."Er schilderte die Lage des Reichs zwischen der französisch-niederlän-dischen Macht und dem Türken, „so wurn uns die Schweizer auch umb-geben und letzlich das scepter gar vom reich reissen. Der Franzoss hetwider Carolum alzeit mit dem Türken colludiit, wol gleichwol Christia-nissimus heissen, do er billicher Turcissimus genent wurde". Man solleden K. von Frankreich auffordern, seinen Bruder abzurufen und imWeigerungsfall von der Succession auszuschliessen; das Gleiche solleder Papst tun, nachdem er AI. zuerst mit der Excommunikation bedroht.Man solle den Fürsten und Herrn ihre Praktiken bei Pön dor Acht ver-bieten, die 10 Monate eilende Türkenhülfe gegen die Ungehorsamen ver-wenden, wobei man jedoch „des alten vergessen" kann. Spanien noch-mals um Bewilligung der Religion ad tempus zu ersuchen, „wiewol esden leuten nur umb die calvinisch und martinisch sect zu tun". Dercasimirische Votant bekämpfte nach einem Hinweis auf die Gelegenheit,die das Reich bei dem Zug seines Herrn zu Gunsten des Erzh. Matthiasversäumt habe, und auf „die scharpf spanische regierung" als Haupt-ursache der Unruhen die absolutistische Anschauung Salzburgs. „Das espessimi exempli sei, ein naturlichen hern abzusetzen: so sei es auch nitmelioris exempli, eim fursteu absolutam potestatem tyrranisandi zu geben,dann zwischen hern und undertan geb es obligatlonemreeiprocam." Den besondern Zorn Salzburgs erregte seine Aeusserung,der Papst sollte sich lieber fremder Händel enthalten, ,,wer vor äugen,was er in den genachtpartenkonigreichenund jetzundert auch im Schweizer-land angericht." Salzburg verteidigte dagegen den Papst als einen fried-fertigen Herrn, der nur Ruhe und Einigkeit in der Christenheit suche.Trient protestirte in gleichem Sinn. Nach der Umfrage erklärte der Refe-rent Ilsung, man sei über die zwei ersten Punkte ganz, über die andernfast ganz einig und die Mehrheit für die Edikte. „Interpellatur: votanon numeranda, sed ponderanda." Bei der Correlation im Kff.-Rat (derseinerseits gegen jede Einmischung von Seiten des Reichs, abgesehenvon 2 Monaten für die besehwerten Stände, war) erklärte der fürstlicheReferent,,die Mehrheit habe sich für die Edikte entschieden. Am 23. Aug.,bei Beratung der kais. Replik (vgl. H äberlin XIII, L XXIII ff.) bestandEhem wieder auf der Entfernung Burgunds. Graf Karl von Aremberg,der Hauptgesandte (eben erst angekommen, vgl. Oompte-rendu III. 2,261), begehrte, auch die Verbündeten von Spaniens Feind sollten ab-treten; „deinde discedit". Auf eine Bemerkung des Referenten entgegneteEhem: „sein her hab mit Frankreich weder" bstallung noch bundnuss.""Vgl. die Darstellung bei H ab erlin XIII, LVIIff. (nach braunschwei^i-schen Akten), die aber z. B. bei dem Streit über die Zulassung Burgundsungenau ist und deren Wiedergabe des salzburgischen Votums von derpfälzischen mehrfach abweicht.6) Vgl. no. 398.
9. August 386. Kurfürst August an die Räte zu Augsburg.Geisenfeld
Mit Abstrickung des Proviants in der niederländischen Sachevorsichtig zu verfahren. Frankreich würde wohl für Alencon gegendas Reich eintreten, namentlich den Türken zu einem Einfall reizen.Auch möchte er sich der spanischen Verfolgung nicht gern teil-haftig machen; dazu kommt Parma's Vorgehen gegen Aachen. Er-hielte man aber von Spanien die Sicherheit einer eventuellen Unter-