494 1582 362—363.
6. Juli tim bis zu 30 Monaten des Römerzugs einlassen, fürchten aber
Sachsen werde das Ziel weiter stecken. Die Brandenburgischensollen,' wie der Kanzler erfuhr, nicht viel bewilligen. Eine Nach-frage bei den Sächsischen wäre doch vergeblich gewesen. Mainzpflegt sich der Mehrheit anzuscbliessen, wesshalb sie sich bei denMainzischen absichtlich nicht blossstellten. Die Hessischen meinen,man dürfe Gott danken, wenn es bei 60 Monaten, wie zu Regens-burg, bleibe. Ihr eigenes Gutachten: den geraeinen Pfennig keinen-falls zu bewilligen; da aber die 20 Monate sich kaum festhaltenlassen, ohne dass es „verkleinerlich" aussieht, bitten sie um Er-laubniss, denjenigen s im Kurff.-Rat, welche in ihrem Votum jenerBewilligung am Nächsten kommen, beifallen zu dürfen. 2 )
Mb. lll/2a f. 106. Or.
1) Sie war am 3. Juli verlesen worden und enthielt folgende Punkte:1. Türkenhülfe; 2. niederländische Empörung; 3. die dem R. entzogenenLänder (Livland); 4. Reformation des Kammergerichts; 5 Reichsmatrikel;6. strittige Session; 7. Reichsmünzordnung. Vgl. über die Eröffnung desR.-Tags Häberlin XII, 49 ff.
2) Die Instruktion möchte die Contribution am Liebsten gänzlich ab-gelehnt sehen , da sie ja bisher nichts genützt, „sonder zweifei aus ge-rechtem urteil gottes, der kein segen zu dem erschatzten gelt geben wollen,"schlägt einen beständigen Frieden zwischen Ungarn und der Türken vor(mit Hinweis auf Spanien, Venedig, Polen), eventuell die Errichtung einesRitterordens, gesteht aber endlich, unter prinzipieller Ablehnung des ge-meinen Pfennigs und äussersten Falls die Bewilligung von 10 bis 20 Mo-naten nebstdem Versprechen einer Truppenhülfe zu; gegen einen weiter-gehenden Majoritätsbeschluss sollen die Gesandten protestiren.
7. Juli 363. Hieronimo Lippomano an den Dogen.Augsburg
(Die Frage der römischen Königswahl.)
„Tntendo anco da persona che lo puö molto ben sapere, cheS. Alt. [Erzh. Karl] e venuta volentieri per vedere et praticarequesti elettori dell'impero in caso che si devenga in qualsivogliatempo ad elettioni [!] di re de' Romani, et che questa sara causaprincipale di far venire ancore 1' areiduea Ferdinando, seben sottocolore di trattar dei suoi stati et di favorir la religioue cattolica. *)L'uno et l'altro de' quali fratelli, siecome sono risoluti di noncedere al ser mo Ernesto suo nipote in caso che se ne parlasse,come par che vorrebbe il re di Spagna, 2 ) cosi vogliono anco con-correr fra di loro medesimi. Ma intendo, che Timperatore hadetto pur questi giorni voler veder prima, se egli haverä figluoli,et in quel caso non voler privar la sua posteritä per favorir quelladi altri. Gratia."Vcn. Cop.
1) Erzh. Ferdinand hatte kürzlich den geweihten Hut und Degenvom Papst erbalten, vgl. Thelner III, 312/3.
2) Vgl. no. 304; Alberi I. 5, 370.