295—296.
1581
443
295. Johann Casimir an die Geheimen der StadtStrassburg.
Glaubt nicht an ernstliche Absichten Alencon's zu Gunsten derNiederlande, noch weniger an einen Bruch des Königs mit Spanien.Es kann wohl sein, „das die Franzosen ein äuge auf eure stattgeschlagen"; erinnert an den Weissenburger Tag 1577; rät unter,der Bürgerschaft Einigkeit zu halten ....
Str. Or.
19. JuniFriedels-
lieim
296. Haberstockh an Wilhelm von Baiern.
Reise der Erzherzoge Ernst und Karl nach Prag, des letzterennach Sachsen, dann zu Rosenberg. Seltsame Reden hierüber: dieBestunterrichteten behaupten, die Abforderung des Erzh. Ernst seidurch Privatsachen der Kaiserin veranlasst. Etliche sagen, derKaiser sei höchst gefährlich krank, was aber nicht so schlimm sein soll.Manche halten dafür, Erzh. Karl stehe in starker Praktik, eventuelldem Kaiser in Böhmen, Ungarn und im römischen Reich zu succe-diren. 4 ) "Weiss nicht, ob das mit Vorwissen des Kaisers geschieht;wenn nicht, so dürfte es böses Blut geben. Gewiss ist, dass einansehnlicher Minister geschrieben, Erzh. Karl habe bei allenBöhmen, besonders bei Rosenberg sehr gutes Gehör gefunden, „dassich also Erzherzog Ferdinanden, so gueten platz er alldortenimmer habe, desto weniger zu besorgen." In Ungarn seien derLocumtenens und ein anderer ansehnlicher Herr mit 6—8000,höchstens 10000 Talern zu gewinnen. Bei den R.-Ständen derA. C. werde für den Erzh. sprechen die jüngste Religionssache unddie Suspendirung eines bereits ergangenen Dekrets 2 ).....
Ma. 231/10. Eigh.
1) Ueber diese Vorgänge geben Hurter II, 313 ff. u. Stieve, dieVerhandlungen über die Nachfolge Kaiser Rudolfs II in den j. 1581 bis1602 (Abhdlgen der MUnchener Akademie III. 15, 1; 1879) Mitteilungenaus Wiener Akten. Das selbständige Vorgehen von Sachsen und Mainzerhellt auB no. 272; wie Kf. August bei Erzh. Ferdinand und in Italiensondiren Hess, berichtet Pauli (no. 277). Ferdinand besprach mit ihm,,in privato colloquio, Monaci mense Junio 81", die baldige Erledigungder Kaiserkrone: „rogat, ut elector cogitet, ne omnia sint all' improviso"(Dr. 8233). Wenn der bairische Agent dem kais. Oheim Karl von Steiermarkdie besten Aussichten auf die Krone zuschreibt, stellt dagegen eine DepescheBadoer's aus Prag vom 23. Mai den Bruder des Kaisers Erzh. Ernst alsden Candidaten hin, für den Erzh. Karl bei Sachsen und Brandenburg wirkensolle (vgl. no. 272 A 1). Und der Gesandte St. Goard schreibt aus Madrid anK. Katharina (24. Juli, Pb. f. fr. 16108), die Erzh. Ferdinand und Karl wolltendie Kaiserin-Mutter nicht nach Spanien reisen lassen „de peur qu'en sonabsence plusieurs viennent en Germanie k perdre le respect ä l'empereur,comtne il y a quelque apparence, et mesme son fröre Arnest." AuchJohann von Nassau nennt in einem Sehr, an Oranien vom April (Prin-st er er I. 7, 537) die Erzh. Ferdinand und Ernst als Rivalen; als solcheerscheinen sie neben Erzh. Karl nich in einem Bericht des venezianischen
28. JuniWien