442 1581 293-294.
11. Juni 293. Werbung und Beantwortung des veldenzischenFriedeis- Rats Gerson Held,
heim
Vor Johann Casimir, Kanzler [Ehern] und Stallmeister. Heldstellte im Namen des Pf. Georg Hans den Antrag, das Haus Pfalzsolle, da das Ableben des Bischofs von Speier bevorstehe, dasBistum nach dem Beispiel von Sachsen und Brandenburg einziehen,einen Administrator einsetzen und die Religion freistellen; gegenUeberlassung der Administration an seinen ältesten Sohn GeorgGustav wolle der Pf. sich seiner Ansprüche gegen Kurpfalzbegeben.
Der Kanzler erklärte nach Abgang des Gesandten den Vor-schlag an sich für billig, aber kaum durchführbar; „seien auchPfalz selig mit umbgangen, zum wenigsten das Stift Wormbs zuPfalz zu bringen," *) man habe ihm aber nicht einmal Sinzheimund Neuhausen, die doch kein Stand, lassen wollen. Man solleübrigens den Pf. auffordern, seine Mittel anzugeben und sich selbstan den Kf. zu wenden , „den was von P. [Joh. Cas.] herrurete,were verdecbtig". Der Gesandte erklärte nach der Antwort, seinHerr rechne auf einen Teil des Capitels und auf den Adel und seinicht gegen eine Beiziehung von Zweibrücken und Neuburg; beim Kf.solle er seine Werbung nur nach Zustimmung J. C. anbringen.Der Kanzler: „Er were vor disem in diser sach gebraucht worden,selbst zu jetzigem bischof geschickt, der sich vil guts erbotten unddesignationem der capitularen geben, so auch nit darwider. Manhab daruf etlich vom adel, die gewogen, gen Heidelberg beschriben,mit inen gehandelt, den übrigen adel zu vermögen; was aber dareinkomen, wiss man nit; weren alle wider zurück gefallen. Bischofhab auch gewanket. Und musst man uf den Fall den nobilibuswol einbilden, das nobiles in Saxonia mit der einziehung wolzufriden." 2 ) .....
Ma. 545/1. Prot.
1) Wann Friedrich solche Pläne liegte, ist mir nicht bekannt; überseine Streitigkeiten mit dem Bischof 1564/6 vgl. Kl. I, 577.
2) Diese sonst nicht bekannte Thatsache dürfte zu dem oben p. 129berührten grossen Säcularieationsplan der Nassauer und Pfälzer vom J. 1573gehören; La Hug. I, 203 behauptet sogar, dass der B. von Speier „avoitsa femme toute trouvee". B. Marquard von Hattstein, von den AerztenBchon im Frühjahr 1581 aufgegeben, starb am 7. Dezember (Rem-iin g II, 393 ff.). — Ein weitläufiger „Discurs" des Pf. Georg Hais überseinen Speier Plan, die Freistellung, die Gefahren von Seiten der katho-lischen Reaktion (u. a der päpstliche Plan, durch Erhebung katholischer,vornehmlich italienischer Fürsten zur Kurwürde die Protestanten imCollegium zu majorisiren oder allmählich ganz zu verdrängen!) Ma. a. a. 0.
18. Juni 294. Languet an Johann Casimir.
Ant-werpen Ausführlicher Bericht über die Lage in den Niederlanden, die
Absichten Anjou's und das Verhalten der französischen Regierung.
Englische Zeitungen.
Mb. 90/12 f. 165. Eigh.