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sagte J. C, er solle sich zufrieden geben, „mein herr sei schon uf29. Aprildem wege, er werde bald hie sein"; aber niemand hat ihrem Herrnein Wort davon gemeldet, dass der Kurf. bereits so schwach sei.Solche Hinterlist hat man gegen ihren Herrn gebraucht. Leiderhat dann ihr Herr nach dem Begräbniss nicht alles gleich erledigt,um an ihr Krankenlager zurückkehren zu können, hat das Testa-ment einstweilen nur zwischen wenigen Räten einsehen und zunächstgeheim halten lassen und J. C. sogar zum Statthalter gemacht.Ueber das brüderliche Verhalten J. O's brachte ihr Herr die er-freulichsten Nachrichten zurück, aber er schädigte sich selbst durchsein gewissenhaftes Schweigen über das Testament. J. C. zog dannohne jeden Grund von hier weg nach Lautern, das er besetzenHess, als ob er verfolgt würde. Auf die freundlichen Bitten ihresherrn hatte J. C. nur trotzige Antworten. Ihr Herr ist geduldigerund tut mehr als er schuldig ist. W. sollte lieber J. C. sein Un-recht vorhalten *) und sie bei ihrem Leibgeding schützen. „Aberwehr sich tut trucken, da will idermann uberhuppen; also geschiehtauch meinem frommen herrn.".....
Marl). Pfalz 1577. Cop.
1) Tatsächlich ermahnte W. eben in seinem Sehr, vom 27. Aprilund 3. Mai (Me. 991. IL Orr.) J. C. dringend, dem Bruder als dem Kur-erben nicht Mass geben zu wollen, wie er es mit der Religion und sonsthalten solle. Dagegen suchte er in seiner lebhaften Correspondenz mitder zelotiachen Schwester dieser die Gefahr ihrer Einmischung in denHrudcrstreit sowie der kirchlichen Gewaltmassregeln, der Anfechtung desTestaments, der "Verhaftung Ehems begreiflich zu machen. Seinem Bru-der L.Ludwig schrieb er am 12. Mai, L. möge den Kf. zu Ems für einGespräch der beiderseitigen Theologen gewinnen; J. C, der „dem konnigin Frankreich derhalben [in Relig.-Sachen] in bart dorfen greifen", habeim Fall eines Bruchs als Kriegsfürst den Vorteil, da der Kf. „einschwacher abgehender herr", kein Kriegsmann sei. „Summa, wir riechenfenr; da wollen wir gerne alle mugliche mittel und wege suchen es inder aschen zu behalten". (Marb. Pfalz 1577.)
49. Weyer, Lewenstein undBeutterich 1 ) an Johann 1. Mai
Casimir. Heidel-
berg
(Bericht über eine Unterredung Weyers mit Pf. Reichard in Sachen des
Bruderstreits.)
„Nachdem wir gestert nachmittag zu drei uhren E. F. Gn.undertenig berichtet, welcher gestalt wir derselben uns zugeschicktebeide schriftliche bevelch verrichtet, sein ich und Lewenstein geste-rigs abont zu hof gangen, D. Beutterich aber im hirs zum englischengesanten. 2 ) Nach essen hat mich herzog Reichart 3 ) im sahl, in-mittels als der churfurst mit den saxischen und brandenburgischengesanten redeten, a part zu sich genommen und begert, ich undmeine mitgesanten wollen S. F. Gn. freuntlich vetterlichen grussE. F. Gn. vermelden und dabei dieselbe zu erinneren, das sie demchurfursten uf sein bruderlich erpieten freuntlich begegne und nicht