Druckschrift 
1 (1882) 1576 - 1582
Entstehung
Seite
251
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38-40. 1577 251

38- Johann Casimir an Landgraf "Wilhelm.

Zettel: Erhielt gestern Abend Schreiben von Beutterich ausBlois, worin u. a- gemeldet,das die K. W. uns gern zwischenderselben und den Protestirenden zu einem mittelman gebrauchenwolt." Nach seiner Ansichtist nit ratsamb, sich zwischen durund angel zu stecken"; denkt es bei dem mühsam erworbenenFrieden bewenden zu lassen.

Marb. Frankr. 1577. Or.

39. Johann Casimir an Landgraf Wilhelm.

Speirischer Tumult; nicht so unbedeutend, wie es dargestelltwird;der author und redlinsfurer dieses tumults leichtlich zupraesumirn." Seine Ehre nötigt ihn, dem Grund des Handels nach-zugehen. 1 )

Marb. Wilh. IV Corr. mit Pfalz. Or.

1) J. C. Supplikation beim R. Kammergerichtad inquirendum überettliche beschreiungen und besorgten tumult" war bereits am 2. März ab-geschlagen worden (Speier, Kreisarchiv 17», Prot.).

40. Johann Casimir an Kurfürst Ludwig.

Die Supplikationen der Heidelberger, die nach L. Abreise auseigenem Antrieb bei St. Peter und den Earfüssern sehr zahl-reich Predigt gehört und nach hunderten communizirt haben, rührennicht von den Hetzereien etlicher Räte her;da dan jemand hie-runder zu verdenken, so müsten wir derselbig sein," als StatthalterL. Die Untertanen sollen der Obrigkeit, die den wahren Gottes-dienst handhabt, Gehorsam leisten, dagegen hat bei Aufdringungeiner unrechten Lehre die Regel statt,das gott mehr als derobrigkeit zu gehorsamen." Darauf beruht der rechtmässige Kampfder Stände der A. C. gegen den Papst. Sein Vater hat die Unter-tanen nicht nach dem französisch-spanischen Grundsatz:car tel estnostre plaisir" zur Religion gezwungen, sondern mit den Schwachenbis an sein Ende Geduld gehabt. Weist die Behauptung L., dieKirchendiener seines Vaters lehrten wider die A. C. als nicht ausGottes Wort erwiesen und selbst ao. 66 nicht aufrechtgehalten zu-rück; dagegen ist, was L. Geistliche von der Allenthalbenheit desLeibs Christi lehren, Eutychianische Ketzerei, von Melanchthon einmonstrum genannt und .vor 4 Jahren zu Torgau verworfen worden;abscheuliche Consequenz, dass der Leib Christiin allen bösenund guten creaturen, in seuen, ja in teuflen selbst sei." Königund Königin von Frankreich berufen sich zu Ungunsten des Friedensund der Zahlung der Rückstände auf L. Vorgehen. L. soll diePfalz mit dieser neuen Lehre gegen Wort Gottes und A. C. ver-schonen,damit sie [E. L.] gottes zorn und das gemeine seufzennit wider sich erwecken.". . . .

Me. 991. II f. 263. Cop.