252 1577 41-42.
27. März 41. Kurfürst August an Albrecht von Baiern.
Annaburg
Pfälzisches Testament; „man vortrauet aber meiner tochternicht so fill, das ich durch si hihefon was gruntlichs erfaren mochte.".... Schickt Copie der Supplikation der Ritterschaft der OrteRhön und Werra in der Buchen [vom 6. März, um Interzessiongegen den Abt von Fulda beim Kaiser]; hat dem L. Wilhelm Albr.Bericht [vom 11. März, über die gegen die Landsässerei gerichtetenSchritte der trierischen und rheinischen Ritterschaft] mitgeteilt.Zusammenkünfte und Aufstellung von Hauptleuten ist sonst beidiesen Kreisen alter Brauch.......
Ma. 53/1 f. 251. Eigh.
29. März 42. Lazarus von Schwendi 1 ) an den Kaiser.
Burkheim
Stillung des niederländischen Kriegswesens. Der. K. möge aufdie Sicherung des getroffenen Friedens bedacht sein, namentlichgegen Anwendung übertriebener Schärfe in Religionssachen wirken.Auf dem künftigen Ständetag den Beschluss zu Wege zu bringen,dass die Stände gegen Kaiser und Reich in alter hergebrachterVerwandtuiss bleiben und bei Kaiser und Reich ansuchen, sie da-bei im Fall der Not zu schützen. Dies würde einer neuen spani-schen Unterdrückung vorbeugen und den Ansprüchen des Kaisers undder Seinigen in allerlei zutragenden Fällen zu Gute kommen. „Da-von aber nit mehr zu schreiben." Auf demselben Tag soll derK. die Abschaffung der für das Reich beschwerlichen neuen Accisen,Zölle u. s. w. unvermerkt auf die Bahn bringen.
Gegenwärtig ist die beste Gelegenheit, die drei Bistümer wiederfür das Reich zu gewinnen, da der König durch den neuen Huge-nottenkrieg geschwächt und deutscher Reiterei bedürftig wird. DerK. sollte mit dem Kurff. insgeheim sich über eine Rückforderungdes Bistümer beraten und dem König keinen Zuzug gestatten, da-gegen mit Johann Casimir, der vermutlich den Hugenotten wiederVolk wird zuführen wollen, dahin handeln, dass er sich von desReichs wegen der Wiedereroberung annehme. „Und ich wais sovil,das er darzue ganz willig sein und sein eussersts treulich und auf-richtig darbei tuen, auch mit eim grossen anhang sich darzue ge-fasst machen wurde. Und besehenen also die ding auf sein aben-teur und on sonder erregung oder grosses zutuen und einmischungdes reichs oder E. Mt., und tete E. Mt. abermals zu anfang irerregierung ein gross werk, das ir in vil weeg gross ansehen undnutzbarkait schaffen und ein grosse vorberaitung zu andern mehrernund gressern Sachen, deren glegenheit E. Mt. gleichsfals durch Ver-leihung des allmechtigen an die hand fallen, machen wurden." Zwei-felt nicht, dass hiedurch in Kürze der König zu Restituirung derPlätze und zum alten Frieden mit den Hugenotten gezwungen würde.
Wh. Kriegsacten. Or. (Cop. Ma. 231/5, aus Prag an Baiern geschickt.)
1) Vgl. über diesen ausgezeichneten Staatsmann und Militär Röhr ich,Mitteilungen aus der Geschichte der evangelischen Kirche des ElsassesIII, 61 ff; Janko, L. Freiherr von Schwendi, Wien 1871.