238 1577 29-30.
17. Febr. werest dich einzulassen, so hab nit vil rats am bevvusten ort, damitdir nit geschech, wie dem mal eins zu Prag, do ich gedacht, eswere alles richtig, do war es alles nicht. 2 ) Dann do man was tunwill, so dunkt mich, itz sei die zeit darzue. Bitt dich derhalbenganz freuntlich, wellest dich in allen disen sachen gegen mir ver-treulich ercleren, eintweders schriftlich oder durch jemand vertrauten.Und sonderlich lass mich vertreulich wissen, ob man dich von dergrossen glocken aus nit schon avisirt hab, wann ich bei dir etwananmouen wurde in disem handl, was du mir solltest zu antwortgeben. Dann gott wais, das ich nichts anders suche, dann dasmisstrauen, so hin und wider zwischen unser ist, aufzuheben unddagegen ein vertreuliche guete bestendige freuntscbaft anzurichten,unserm kaiser zum vordersten und uns andern allen zum besten.Damit was dir alzeit freunt- und dienstlich lieb ist."
Ma. 401/10 f. 252. Cop. des eigenh. Or.
1) Die Correspondenz zwischen Albrecht und August über diesenPunkt, die an Besprechungen während ihres Zusammenseins im Sommer1576 anknüpft (vgl. p. 199 A. 1) widerlegt die Ansicht Stieve's (Briefeund Akten IV, 6 A. 2), als habe Albrecht damals die Erweiterung desLandsberger Bundes nicht mehr auf dessen confessionsloser Grundlagebetrieben.
2) Vgl. p. 66 A. 1.
Annaburg '^" Kurfürst August an Albrecht von Baiern.
Unbotmässigkeit des Adels; teilt ein Sehr, des L. Wilhelm imOriginal mit.*) Hat Kundschaft angestellt. Die Eröffnung despfälzischen Testaments, von dem er noch keine Abschrift hat, wird,obwohl bereits geschehen, laut beiliegendem Sehr, des Kf. an seineSchwester 2 ) in Abrede gestellt.
Ma. 53/1 f. 234. Eigb.
1) Der Landgraf hatle am 9. Februar dem Kf. über das Gerüchteiner harlen Verbündniss des fränkischen und buchenauischen Adels ge-schrieben; nach der Mitteilung eines jungen Adeligen an Landgr. Georghätten ihrer 1800 zusammengeschworen, Geld zusammengelegt und anden Adel besonders in Thüringen und HeBsen geschrieben. „Dieweil dannnit one, das etzliche grinte schaff unter der herde, welche gern Schweizerfrei sein und sich und den adl der fürstlichen Jurisdiction eximirn wolten",sei Vorsicht nötig, damit nicht etwa ein Sickingischer oder GrumbachischerHandel dahinter verborgen. Ebd. f. 232 Oop.
2) Kf. Ludwig schrieb am 4. Febr. aus Amberg seiner SchwesterDorothea Susanna, Wittwe Johann Wilhelms von Sachsen-Weimar, dasTestament sei vielfacher wichtiger Geschäfte halber noch uneröffnet. Ebd.f. 230 Cop. Dagegen teilt J. O. dem Kf. August in einem eigh. Sehr.Heidelberg 28. Januar (Dr. 8514) mit, er habe nach dem Testament (wo-rüber er erst jetzt sich äussern könne) und vorgefundenen Codicill dieunterpfälzischen Aemter als einträglicher und weil seiner Gemahlin dieLuft zu Lautern gut bekomme, vorgezogen.