29. 1577 237
„Du möchtest mir und meim son hierin auch wol ab dienst 17. Febr.tun, darumh ich dich will auch ganz freuntlich gebeten haben;"wenn nämlich Aug. und Brandenburg dem Capitel erklärten, siemöchten Ernst wohl zu einem Mitkurfürsten leiden, was bei denzahlreichen nicht durchaus katholischen Capitularen wohl wirkendürfte. Sie könnten sonst wohl einen nehmen, der August nichtso annehmlich wäre. Will Aug. mit Brandenburg etwas tun, so istes Zeit.
Hat sich und seine Gemahlin auf die kaiserliche Erforderungzur „besingknus" entschuldigt; sie wollen ihren Sohn Wilhelmschicken. Hat u. a. einen Bundestag vorgewandt. „Und weil ichgleich in die materi des bunds komme, l ) hab ich dich gleich freunt-lich anmonen wellen, das du dich wirdest wol zu erindern haben,was wir vertreulich, wie wir bei einander gewesen sein, dises halbengeredet haben. Und kan dir in vertrauen nit verhalten, das ichjungst zu Regenspurg mit der itzigen kais. Mt. gar weitleufig undausfürlich dises werks halben geredt und ir Mt. für ir person nitungeneigt darzue befunden. Aber wie der guet herr jung und nochwenig practico ist, hat ers zu bedacht genommen, mit seinen retendavon zu reden. Und ob ich mich wol etlich mal erboten hab,ich welle dises alles in beisein der ret furbringen, ir Mt. solle auchin meim beisein darüber consultiren lassen und mich und die rätgegen einander hören, alsdann tun, was si dannocht wellen, so habichs doch nit erhalten können, sonder also on ain antwort abge-schieden, wie ich dann auf dise stund kain antwort hab, auch keinemer begeren will, weil ich wol hab abnemen können, das der kaiserzuvor und ehe ich gen Regenspurg bin kommen, wirdt von denengueten eerbarn leuten, die diess guet und nutzlich werk nie gerngesehen oder leiden können, avisirt worden sein, das er sich gegenmir nit solle einlassen, sonder sich mit nitwissen entschuldigen,wie dann beschehen. Darauf ich alsbald wider davon gezogen;und so sis guet machen, so haben sis guet; will mit iren suchennichte zu tun haben. Das hab ich darumb gegen dir vertreulichzweier ursach halber melden wellen. Erstlich damit du sehest,in was ansehen und reputation ich bei dem kaiser sei, wie du mir-vor der zeit einen discurs geschickt hast, darin mau mich zeicht,das der kaiser alles tun müess, was ich welle und ime furschreibe.Die ander ursach ist, das ich gern von dir wollt in vertrauen ver-steen, was du für dein person noch zu disem werk gesinnet seiest;ob du noch gesinnet seiest an dem hohen ort zu hangen wie vor,oder ob dus mit dein und unser aller gemeiner notdurft bas be-denken wellest. Dann du sihest und weist es selber, wann unsereinen ein not anstosset, was für schütz er sich do zu versehen hat,und obs nit besser sei wir tun uus zusammen und halten bei ein-ander, als das man also sollen in gevar immer steen müesseu.Und wann mans schon nit gern sehe, so sihe ich doch nit, wasman uns darumb tun soll wellen oder könden. Zu dem so ist esnit allein nit wider unsern herrn, sonder nur mit ime und zu er-haltung seiner authoritet und reputation. Und wann ich von dirverstand hett, das du lust und neigung daheer hettest, wollte ichwol sehen, wie der sachen weiter zu tun wer. Allein do du willens