232 1577 20-21.
11. Jan. U11 g sai ]t r jtt vereinbart worden ist, hat er hierüber an Brandenburggeschrieben, wie beiliegt, 1 ) und bittet A. um seine Meinung. 2 )
Ma. 544/15 f 6. Cop. (m. m wurde an Landgraf Wilhelm und an Julius vonBraunschw. ig gleichlautend geschrieben].
1) Vgl. über das Sehr, an Brandenburg vom 13. Dezember und seineBeantwortung vom 2. Februar oben no. 13. Der von Joh. Casimir undden Heidelberger Räten abgefasste Entwurf eines zweiten Sehr, an Bran-denburg vom 28. Dezember (der ursprünglich unter gleichem Datum auchSachsen mitgeteilt werden sollte) fand beim KT. Ludwig keinen Beifall,ebensowenig die in Heidelberg coueipirten Sehr, an Julius von Braun-schweig und Wilhelm von Hessen 28. Dez ), welch letztere von Ludwigwie er an loh. Casimir schrieb (15. Januar), „sonderlich der römischenkais. Mt. und des churfurstens zu Sachsen person halben etwas seharpfund hitzig, auch zum teil anzügig befunden" wurden (Ma. 544/13 f. 227 lf;544/15 f 12. Vgl dagegen Ludwigs in anderer Sache abgelassenes Sehr,an Branderburg vom 28. Dezember, oben no. 15). Das zweite Sehr.Ludwigs an Brandenburg in Sachen der Declaration und sonstigen Reli-gionsfragen erging erst am 14. Januar (aus Amberg) und schlug entwederBeratung auf den Kreistagen oder Convent der evangelischen Räte vor.Kf. Johann Georg antwortete am 8. Februar seinem vorigen Sehr, vom2. gemäss; er hielt eine Mahnung des Kaisers durch einige vornehmeEvangelische in einzelnen Beschwerdefällen für wirksamer als „die an-dern unmildere und sorglichere mittel." (Mc. Fürstensaehen CXXIIIno. 1010 Or.)
2) Das Antwortschr. Kf. Augusts vom 1. Februar (Mc. a. a. O. Or.,vgl. oben p. 201 A. 2) ist zu einer förmlichen Staatsschrift angewachsen.
16. Jan. 21. Instruktion des Rats zu Speier für den an Kur-fürst Ludwig abgesandten StadtschreiberLic. Joseph Feuchter.
Die Werbung möglichst geheim anzubringen. Frühere undjetzige Besetzung der Pfarre zu S. Gilgen; Conföderation des Iii-fautius mit seiner Gemeinde, im calvinistischen Irrtum zu beharren.Steinwürfe in die Ratsstube, Mordversuch auf einen vom Rat; ver-stärkter Wachtdienst und Unruhe unter dem gemeinen Mann, derdie Calvinischen beschuldigt. Gefährdung des Kammergerichts.Bitten den Kurf. zur Herstellung der Ruhe den Infantius und mitihm den calviniscben Irrtum abzuschaffen.')
Spcier, städt Archiv 450. Or.
1) Vgl. über den Tumult zu Speier und die hiedurch herbeigeführteAbsetzung des reformirten Predigers Infantius Mieg, Monum. pietatis I,227; Remling, Gesch. der Bischöfe zu Speier 11,388; Gillet II, 150.— Ein Warnungsbrief, dem Bürgermeister Petsch ins Haus geworfen,meldete eine Verschwörung der „Zwingler" mit ihrem Pfaffen, deren Zei-chen drei Steinwürfe sein, die am 28. Dez. 1576 losbrechen und von Dr.Gotlwald geleitet worden sollte; ein zweiter Brief, dem BürgermeisterPermenter geworfen, kündigte an, die Verschwörer, gegen 400, von denFrankenthalern unterstützt, würden am 10. Jan. die Stadt anzünden, fallsdies nicht ginge, am 13. die Kirche sfirmen und das Kind im Mutterleibverderben; würde der Rat nicht vorbauen, so würden die beunruhigtenBürger „euch vielleicht selber erschlagen" (Speier, st. Arch. 450 Copp.)-In der Tat geschahen zwei Steinwürfe in die Ratsstube am 26. Dezember,ein dritter am 6. Januar, ferner wurde nach einem des Rats gestochen,ohne dass jedoch trotz der von dem Warner mitgeteilten Namen der an-