5.
1576 219
der weit hab, gekost, bis icbs dahin pracht, uff den hals fallen. NovemberDan sobald E. L. mit solchem process und abstellung aller vatter-lichen Ordnungen volfaren und ich, wie ich dan änderst nit kan,der disposition mich gemess erkleret, so werden E. L. sovil be-schwerungen an dero gemuet und leib heutig zufallen, daraus dienit werden kommen können. Alle guete leut, die der Pfalz gele-genheit wissen und der bishero umb unsers loblichen herrn vattersredlichen handlungen und gueten Ordnung willen gedienet, die auchmit allen treuen und zum genauesten haben alles zusammen ge-halten , werden die verlassen, neue leut, die weder umb die Pfalznoch dero beschwerung noch die mittel, wie oder wo dero darauszu helfen, sonder die nur uff sich und iren nutzen sehen werden,an die statt kommen. Und ehe E. L. weiss, wie ire Sachen stehen,werden sie den mangel und den reukauf finden und werden jeder-man für den köpf gestossen haben, wie dan ich meins teils dersel-ben in solcher Zerrüttung alsdan weder zu raten noch zu helfenwiste. So wurden E. L. etlich dausend personen muessen endern;ob dan andere irer besten leut sich berauben und die E. L. gebenwerden, das ist nit der prauch, und werden sie wohl befinden, wassie für leut ins land bekommen werden. Da aber E. L. mit sitt-samkeit, erkantnuss der sachen und guetem rat handien, so wurdendieselben ein stil und friedsams regiment können fueren, hulf undtrost finden, wie dan uff denselben fall ich mich erpiete, das ichdero bruderlich und treulich beispringen, dero meins Vermögensraten und helfen, ja für sie mein leib und gut darstrecken wolle,und wirdt der Pfalz und gemeiner religion feinden alle ursach ab-geschnitten uns zuzusetzen. So ist auch nit frembt, das in spalti-gen religionen ein andere religion den undertanen gestattet werdedan dern die obrigkeit selbst ist; wie E. L. an der kais. Mt. undandern fursten, auch bischoffen, dessgleicheu dem könig in Frank-reich und Hispanien teglich genügsame exempla sehen, und wieenderung der religion sonderlich ohne handlung endorung und Zer-rüttung des ganzen regiments bringt, darob sich E. L. zuspiegeln.Und kan allen durch mich, wo E. L. solches gefeilig, und die ratedas angestellt werk continuirt werden, das E. L. gewissen gar nitbeschwert."
Me. 991. Acta posl obitum Friderici 3. II f. 56 ff. Conc.
1J Diese Aufzeichnungen, obwohl nur für den mutmasslichen Gangeiner Auseinandersetzung mit dem Kf. entworfen, sind doch als unmittel-barer Beleg für J. C. Stimmung wertvoll. Die Testamentseröffnung, vomKf. immer wieder hinausgeschoben (vgl. die „verzaichnuss" über ein hier-auf bezügliches Anbringen bei J. 0., geschehen im Namen des Kf. durchden Herrn von Speinsshart, Köttnit und Schwartzmair am 22. Nov. ebd )