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1 (1882) 1576 - 1582
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verringern. Köln selbst sprach mit dem Grafen Johann von Nassauüber das Gerücht, dass man Kurpfalz der Kegierung entsetzen wolle.Johann Casimir empfahl seinem Vater, den Wahltag, falls er zuKöln nahe der spanischen Grenze gehalten würde, ja nicht persön-lich zu besuchen 1 ). Die Ereignisse des folgenden Jahrs, vor Allemdie oranische Heirat verliehen diesen "Warnungen einen noch ernst-hafteren Hintergrund. Es war ein unglücklicher Gedanke des Land-grafen Wilhelm, in dieser Zeit gegenseitiger Verbitterung Luthe-raner und Calvinisten durch das längst compromittirte Mittel einesReligionsgesprächs versöhnen zu wollen. Gerade Kurfürst Friedrich,auf den er sicher gerechnet hatte, hintertrieb mit Zustimmung derSchweizer Reformirten das gefährliche Unternehmen, woraus in derTat nur grösseres Unheil hätte erwachsen können. Wilhelm aber,durch das Zusammentreffen dieses Misserfolgs mit dem oramschenFamilienskandal empfindlich getroffen, schrieb zuletzt dem Kurfür-sten, er seines Teils habe alles Mögliche getau und würde es leb-haft bedauern, wenn in Folge des ungeschlichteten Zwiespalts„jemand aus dem Religionsfrieden in Unfrieden gesetzt werdensollte." Und Datheuus gegenüber bezeichnete er deutlich genugdie Pfälzer als Heuchler, die sich immer auf die A. C. beriefen,ohne ihr in Wahrheit anzugehören. 2 )

Solche Aeusserungen des Fürsten, der ihm confessionell amNächsten stand, regten den Pfalzgrafen vielleicht noch stärker aufals das anticalvinistische Feuerwerk zu Dresden. Er Hess im Som-I merl575 die protestantischen Schweizer durch Beutterich auffordern,gleich ihm den feindseligen Absichten Kursachse'ns durch eineVerantwortung ihrer Religion auf dem Wahltag zuvorzukommen.Seinen eigenen Gesandten trug er auf, bei den Kurfürsten eineförmliche Erklärung zu erwirken, dass die Pfälzer und ihre ausser-deutschen Religionsverwandten ausdrücklich im Religionsfriedenmiteinbegriffen und nicht davon ausgeschlossen sein sollten. 3 ) Aberdie heidelberger Räte uud der Kurprinz Ludwig waren ver-

1) Kl. II, 767; 776/7; 790/1.

2) Kl. Fr. p. 397 ff. Das Sehr. Wilhelms an Friedrich vom 7. Juni1575 Kl. II, 832/3; das Sehr. Wilhelms anüathenus citirt Heppe 11,456.

3) Beutterichs erste Werbung bei Zürich recapitulirt in dem Sehr.de3 dortigen Rats an seine Gesandten zu Baden, 10. Aug. 1575 (Za.Churpfalz 1416—1592 ; ebd. ein Mahnschr. Friedrichs vom 8 Sept. und einezweite Oedenz für Beutterich vom 15. September); vgl. Haller u. Müslin,Chronik p. 188. — Friedrich an Wilhelm, 20. Sept. 1575, Kl. II, 854;vgl. die Stelle in der pfälzischen Instruktion ebd. 867.