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guerye behauptet, wirklich Verrat geübt, so doch wenigstens denKöniglichen Hoffnungen erregt zu haben. 1 )
Landgraf Wilhelm hielt die „coniunctio Papistarum et Hugo-notorum" von Anfang an für innerlich unwahr und Johann Casi-mirs Lage für höchst bedenklich; „uns ist nicht wohl dabei,"schrieber an Friedrich, „dass S. L. unter so gefährlichen Leuten versirt."Mochte auch Johann Casimir den königlichen Gesandten gegenüberdurch tadellose Höflichkeit und sehr zuversichtliche Sprache seineHaltung wahren, so wurden die Verhältnisse doch immer unklarer,Der angebliche Vergiftungsversuch auf Alencon, die Flucht Na-varra's vom Hof (3. Februar), die starken Rüstungen des Königsverringerten die Aussicht auf eine friedliche Lösung, während gleich-zeitig von einem einheitlichen Zusammenwirken der Verbündetennicht die Rede und die Invasionsarmee zu einer traurigen Untä-tigkeit verurteilt war. Alencon hatte wohl das Bündniss Conde'smit dem Pfalzgrafen ratifiziren lassen 2 ), aber sein persönliches Zu-sammentreffen mit den beiden Heerführern schob sich weiter undweiter hinaus; er hatte ein schlechtes Gewissen und wollte erstsondiren, ehe er sich persönlich dem ketzerischen Kriegsvolk an-vertraute. Am 13. März erfolgte endlich die Begrüssung der dreiFürsten und die äusserst glänzende Heerschau in der Nähe vonMoulins; mit betäubendem Kanonendonner empfing man den neuenOberbefehlshaber, dessen Gedanken freilich auf andere Dinge ge-richtet waren als auf kriegerische Operationen. Der Valois erschienmit geringem Volk; von dem brüderlichen Zusammenleben derFürsten und ihrer Leute, das ein pfälzischer Berichterstatter rühmt,war in der Tat nicht viel zu spüren. 3 ) Der wahre Kriegsschauplatz
1) La Hug. I, 366/7; 386; 394. Auffallend ist es immerhin, dassnicht "Weyer, sondern Beutterich zu den Pariser Traktationen im Märzabgeordnet wurde. Am 12. Juli 1576 empfiehlt Harlay W. ganz besonders derK. Katharina, „esperant que cela pourra servir a l'avancement de vosaffaires" (Paris Vc Colbert 8 f. 212). Doch spricht die damalige SendungWeyers an den Hof sowie seine spätere Stellung in der Pfalz dafür, dasssein Einfluss bei J. C. nicht ernstlich erschüttert wurde.
2) Die Vollmacht Alengon's für La Fin, St. Maixant 17. Dez. 1575,Ma. 544/13 f. 174 (Cop.); die Bestätigung des Hilfsvertrags vom 28.September, Atigny la Tour 9. Januar 1576, ebd. f. 60/1 (Or. unterzeich-net und besiegelt von Jacques de La Fin, als bevollmächtigtem VertreterAlengon's, Ohrestien de Savigny, Balsac-Montaigu, Claude Antoine de Vienne-Clervant, Bossulus.)
3) J. C. Hofmeister Starkenberg, der im März nach Heidelberg ge-sandt wurde, sagt in seinem Bericht (Mb. 90/12 f. 79 ff.), Casimir liege