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Jedenfalls trug aber Alencon die Hauptschuld daran, dass derganze Feldzug sich iu eine Keihe von Verhandlungen auflöste, wor-in nach den "Worten eines zeitgenössischen Historikers ein Weibdurch Sitzungen, Besprechungen, Schreibereien den Sieg erlangte.Schon jene Niederlage Thore's und seiner deutschen Reiter war zumTeil auf Rechnung von Schombergs Umtrieben gesetzt worden;dass er die Pfälzer durch Schreiben in Misscredit zu bringen suche,klagt Johann Casimir.*) Diese Taktik des Verrats und der Ver-dächtigung wurde beibehalten, als die Gesandten des Hofs undAlencons zu Charmes im Hauptquartier der Verbündeten eintrafen.Die Gesandtschaft sollte zu Gunsten der Friedenstraktation denVormarsch ins Stocken bringen; insgeheim erklärten freilich die Ver-treter Alengons, ihre offizielle Werbung sei nur ein scheinbares Zu-geständniss an die Regierung. Inzwischen bemühten sich königlicheEmissäre die Truppen zum Abfall zu verleiten; selbst bei JohannCasimir hatte man einen ßestechungsversuch machen wollen, wasaber der königliche Gesandte Bellievre als gar zu bedenklich hinter-trieb. 2 ) Dagegen scheint Dr. Weyer, wenn auch nicht, wie La Hu-
,,verzeichnus des feldzuges" im Dresdener Archiv, die ausser einemDiarium des Zugs vom 29. Dez. 1575 bis zum 25. Aug. 1576 Aufzeich-nungen über die Bezahlung u. Versicherung, die Unterhändler u. Geiseln,die französischen Schenkungen an Joh. Casimir u. a. enthält. Vgl. auchein paar Zeitungen, so die oben p. 143 A.2 citirte „Neuwe zeitung", die beiWeller (die ersten deutschen Zeitungen, Bibl. des literar. Vereins CXI,239) registrirte „Newe zeitung auss Franckreich," Strassburg 1576, vonder sich übrigens ein etwas abweichendes Exemplar Bm. befindet. Vonden zeitgenössischen Historikern ist Serranus am Besten unterrichtet,nimmt aber nicht selten zu sehr Partei für den Pfalzgrafen.
1) Serranus V, 141; Johann Casimir an L. Wilhelm, Anoy 23. Dez.1575 (Kl. II, 930).
2) Am 14. Dez. 1575 hatte der König an ,T. C. wegen des "Waffen-stillstands geschrieben. In seiner Antwort vom. 24. Dez. bittet der Pf.um Geleite für seinen an Alengon abgefertigten Kammerdiener MatthieuCorum (Pb. V c Colbert 7 ; über Corum, eigentlich Carum, vgl. PrinstererI. 6, 392; La Hug. I; 224 ff.). Die Verhandlungen zu Charmes erzähltein Sehr. Friedrichs an L. Wilhelm, Heidelb. 14. Jan. 1576 (Kl. II, 935 ff.),womit La Hug. I, 364 ff. u. Serranus V, 161/2 zu vergleichen. Von demdurch einen Herrn von Beaufort eingeleiteten Versuch „par dons et pro-messes. .. d'attirer a vostre service le duc Casimir" spricht ein Sehr.Bellievre's an K. Heinrich III, St. Dizier 26. Dez. 1575. (Pb. a. a. 0.)Johann Casimir betonte dem Gesandten gegenüber namentlich, dass nichter, wie man den König bereden wolle, den Frieden hindere (die Gesandtenan Heinrich III, Charmes 5. Jan. 1576, Pb fonds fr. 15904).