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dem Kaiser vorstellen, die Reiter hätten ihn sozusagen genötigt ihrCommando zu übernehmen. Friedrich Hess wie immer versichern,er habe mit der Sache gar nichts zu schaffen; er verstärkte dieseLüge durch den Zusatz, dass er weder Geld gegeben noch sonstetwas dazugetan habe. Der Kaiser bemerkte darauf den pfälzischenRäten, er wolle es dem Kurfürsten zu Gefallen glauben, würde ihmaber wünschen, ,,dass er sich nicht also mit der Nasen umführenHesse." Friedrich trat übrigens erst später (27. November) denVerträgen seines Sohnes förmlich bei, um sich für den Notfall zudecken. Natürlich ergingen die gewohnten Abmahnungsschreibenmit ihrer gewohnten Fruchtlosigkeit. August von Sachsen drückteausserdem dem Schwiegersohn seine Missbilligung ganz unverhohlenaus; gesetzt der französische Krieg betreffe die Religion, so wisseer nicht, ob der allmächtige ewige Gott zur Erhaltung seines WortsJohann Casimir und dessen Kriegsvolk nötig und dazu berufen habe.Gegen die Heftigkeit Sachsens soll im Kurfürstenrat namentlichMainz eine mildere Auffassung der Sache vertreten haben; derErzbischofstand schon seit längerer Zeit in Verkehr mit den Conde'-schen und dachte wohl auch an die seinem Stift gefährliche Näheder Truppensammlungen. 1 )
Johann Casimir legte in seiner Verantwortung besonderes Ge-wicht darauf, dass der Bruder des Königs selbst auf ihrer Seitestehe. Alencon hatte sich endlich (15. September 1575) aus seinerhöfischen Gefangenschaft befreit und der bewaffneten Oppositionangeschlossen, die ihn freudig begrüsste; Conde spricht in einemSchreiben an.Johann Casimir von einer göttlichen Fügung und aucham pfälzischen Hof Hess man sich zunächst durch die skeptischenBemerkungen des Landgrafen nicht anfechten. Friedrich sprachdie Hoffnung aus, „Gott der Herr und die gemeine Not" würden
1) J. C. an Friedrich, 21. Oktober; der Kaiser an J. C., 30. Oktober ;J. C. an den Kaiser, 9. November, an die Kff. 11. Nov. (Kl. II, 891 ff;903 ff.) Heber die hieher bezüglicben Vorgänge des Regensburger Tagsvgl. Senekenberg, Sammlung von ungedr. u. raren Schriften 111,50; 53 ff;66; 71; Kl. II, 912; Thuanua LXI. 5. Die Werbung der Conde'schenAbgesandten de la Galaisiere u. Frar.cois de Bouchart in Regensburg so-wie die 'kurfürstliche Antwort vom 3. November finden sich in den pfäl-zischen Reichsakten Mb. 110/1; vgl. die Notiz de Ruble's La Hug. I,361 A. 4. Das Sehr. Augusts an ,T. C. vom 24. Okt. bei Kl. II, 897.lieber den "Verkehr Daniels von Mainz mit den Pfälzern, Nassauern undConde'schen vgl. Kl. II, 715 ff; La Hug. I, 309 ff; die übertriebene Dar-stellung im Sehr, des Requesens an Philipp II, 6. Juni 1575 (Gacliard111, 319; ygl. S7).