Print 
1 (1882) 1576 - 1582
Place and Date of Creation
Page
163
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
 

163

50000 Taler, wurde aber nur als Darlehen und zwar nicht direktan Conde, sondern zu Händen des Kurfürsten Friedrich geliefert; 1 )Damit befanden sich die französischen Herren den Pfälzerngegenüber in der gleichen Abhängigkeit wie zuvor und JohannCasimir hielt es auch diesmal für gut die Gelegenheit* für seineZwecke auszubeuten. La Huguerye gibt in seinen Memoiren einenausführlichen Bericht von den Verhandlungen, die dem zweitenBündniss zwischen Conde und dem Pfalzgrafen vorhergingen. Wirhaben freilich keine sonstigen Zeugnisse, wesshalb seine Erzählungnur mit allem Vorbehalt aufzunehmen ist, aber die zu Grund liegendeTatsache, dass Johann Casimirs Ehrgeiz die Verhandlungen er-schwerte und die Hugenotten ihre deutsche Allianz so teuer alsmöglich bezahlen liess, steht ausser allem Zweifel. La Huguerye,der namentlich Dr. Weyers Einfluss als höchst verderblich hinstellt,schildert die erfolglosen Bemühungen Conde's, mit Umgehung JohannCasimirs die deutschen Truppenführer in seine Dienste zu ziehen oderden alten Kurfürsten zur Lieferung der Gelder zu bewegen. EineZeitlang habe Friedrichs Wunsch, seine Tochter mit dem eben ver-wittweten Conde' zu vermählen, eine günstige Lösung der Schwierig-

1) Meru und Wilkes verliessen England im Juni 1575 (La MotheVI, 456; La Hug. I, 309 gibt natürlich wieder ein falsches Datum3. Juni für Meru's Eintreffen in Mainz). K. Elisabeth läugnete deminterpellirenden Gesandten La Mothe gegenüber Alles ab (La Mothe VI,470 ff; 503/4). Die 50000 Taler wurden von der Königin dem KurfürstenFriedrich geliehen und sollton zurückerstattet werden (Kl. II, 920; pfäl-zische Rechnung über die Forderungen an die Krone Frankreich, vom11. Mai 1599, Mb. 301/14 f. 35 ff; La Huguerye I, 290/1). Wir habenein Dankschreiben Conde's an den Gr. von Sussex, vom 27. August, aberein von Weyer und Beutterich am 25. Sept. zu Strassburg ausgestelltesRecepisse belehrt uns, dass Conde allerdings am 25. Juli eine Obligationüber obige Summe ausgefertigt, vom Kf. aber vorerst nur 1000 Talererhalten hatte (Prinsterer I. 5, 317/8). TJebrigens darf man nicht etwaglauben, dass Friedrich selbst nichts beigetragen hätte; er tat sogar mehrals K. Elisabeth; Mb. 301/14 f. 3-8 findet sich einungefarlicher Über-schlag und auszug, was die Ch, Pfalz dem prinzen von Conde geliehenund fürgestreckt hat", wonach in den Jahren 157476 Conde unmittelbaroder in Form von Vorschüssen für die Truppeuführer und für die Kostender Werbung überhaupt von Kurpfalz (nach Abzug des englischen Wech-sels von 75412 fl. 10 Batzen) 176735 fl. 13 1 /» Batzen erhalten hat. Vgl.La Huguerye I, 359 Am 1. Nov. 1575 fordert Joh. Casimir Burghleyauf, die Königin zu fortgesetzter Unterstützung ihrer Sache zu bestimmen;als Ueberbringer des Briefs nennt er jenen Sekretär Wilkes, der damalsnoch in Heidelberg war. (Ma. 544/13 f. 58 Conc.)

11*