162
durch die eifrigen Protestanten in England, hatten, allerdingsnur sehr langsam das Zaudern der Königin überwunden; imFrühjahr traf der Sekretär Wilkes in Heidelberg und Baseldie entscheidenden Abmachungen 1 ) und im Juni kehrte er vonNeuem dahin zurück, mit dem ersehnten Geld und in Begleitungdes Herrn von Me>u, der persönlich in England für seine Bundes-genossen gewirkt hatte. Die bewilligte Summe belief sich auf
1) Wieder fehlen fast ganz die unmittelbaren Zeugnisse, so dass wirvorwiegend auf vereinzelte Notizen namentlich in den Depeschen des fran-zösischen Gesandten am englischen Hof angewiesen sind; La Huguerye,der diese Verhandlungen ausführlicher erzählt, wirft in geradezu unheil-barer Weise Vorgänge der Jahre 1574 und 1575 durcheinander. — ImAugust 1574 bemühte sich ein hugenottischer Agent Dupin oder Poutrinin London um Geld für die deutschen Werbungen (La Mothe VI, 210;239). Um dieselbe Zeit finden wir M6ru mit Ehem zusammen am Hofedes Kf. von Mainz und dann des Landgrafen , der umsonst ersucht -wurde,sich an einer Schickung nach England zu beteiligen (Kl. II, 715 ff.).Meru selbst kam in der ersten Hälfte September nach London (La MotteVI, 233/7) : wohl mit ihm zusammen der kurpfälzische Kämmerer Wilhelmvon Melleville, der am 15. Sept. von der Königin wieder abgefertigtwurde (Calendar 1574 p. 554: La Mothe VI, 238; 249; vgl. La HugueryeI, 266). Er war Schotte u. La Mothe (VI, 265) spricht den Verdachtaus, dass man auch davon gehandelt habe, den jungen K. Jakob nachEngland zu bringen. Am 3. Oktober schreibt Ehem an Gr. Johann, seinSchwager sei aus England zurückgekehrt (Kl. II, 726; vgl. 577 A. 1,wo aber kaum richtig Zuleger hierunter vermutet wird). Was La MotheVI, 249 von den Verhandlungen auf einem Landsitz Burghley's berichtet,erinnert an die Erzählung bei La Hug. I, 289, der sich selbst eine be-deutende Rolle in diesem Verkehr Conde^s mit England zuteilt, aber beiseiner grenzenlosen Confusion und dem Mangel anderweitiger sichererControle sogut wie gar nicht zu brauchen ist. La Mothe spricht nochvon verschiedenen anderen Zwischenträgern, so von einem FranzosenDu Lua oder Du Rua (VI, 112; 240; 280; 288), von einem neuen pfäl-zischen Agenten, der im Dez. 1574 eintraf (p. 328), von einem SekretärMe>u's, der unterwegs in Bouloigne verhaftet wurde (p. 425; La Hug. I,290/1). Im Jan. 1575 spricht er von einem regelmässigen fast wöchent-lichen Verkehr zwischen Deutschland und England (VI, 352); die regeTeiluahme der in England lebenden französischen und niederländischenGeistliehen, die La Hug. (z. B. I, 298/9) so bitter kritisirt, wird durchLa Mothe (VI, 219; 380) bestätigt. Entscheidend ist die Sendung desSekretärs Wilkes nach Deutschland, von wo er im Mai 1575 zurückkehrte.(La Mothe VI, 425/6/8; vgl. La Hug. I, 292 ff.) Im Juni erscheint dannein angeblicher Arzt Conde's in England (La Mothe VI, 449).