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Diensten des verrufenen Veldenzers Georg Hans. 1 ) Die älterenRäte des Kurfürsten mussten vor den neuen Staatsmännern dieSegel streichen oder ihnen ganz zu Willen sein; so sehr JohannCasimir die standhafte Treue eines Ehern anerkannte, so vermieder es doch bei den späteren Irrgängen seiner Politik den bewährtenDiener um Rat zu fragen. Ehern wurde selbst von manchen ent-schiedenen Gegnern Johann Casimirs nicht mit den eigentlichenUnruhstiftern zusammengeworfen. Dagegen schloss sich Zulegereng an die „Meutmacher" an, wurde aber endlich von dem nach-gerade allmächtigen Beutterich sehr unsanft verdrängt. Dathenuswar die geistliche Stütze des neuen „Doctorenregiments".
Weitaus die bedeutendste Persönlichkeit in diesem Kreis wareben der „doctor equester", wie ihn seine Freunde nannten. PeterBeutterich aus Mümpelgard, halb Deutscher, halb Franzose, ur-sprünglich Gelehrter, dann Diplomat und Soldat, wusste durch seinegeistreiche und energische Art nicht nur den jungen Pfalzgrafen,sondern auch feinere Naturen zu fesseln; ihm selbst war trotzseiner gewandten lateinischen Briefe am Wohlsten auf dem Satteloder auch im Wortgefecht, wo er die Sprache der Reiter und Lands-knechte recht absichtlich gegen die höfischen Formen ins Treffenführte. Mit Johann Casimir, dessen „Abgott" er wurde und blieb,verkehrteer auf dem Fuss völliger Gleichheit; „adieu, monseigneur,"schliesst er einen Brief, „je suis vostre Beutterich." Seine unheil-volle Herrschaft über die pfälzische Politik fällt in eine späterePeriode, aber schon bei der ersten Berührung, als er im AuftragKurfürst Friedrichs die Sache der aus Besancon vertriebenen Prote-stanten am Kaiserhof vertrat, erregte seine Leidenschaftlichkeit
französischen Dienst, was durch ein Sehr. K. Heinrichs III an den„colonnel Craz" vom 18. Juli 1577 (Pb. fonds fr. 3304) bestätigt wird,und bezog ferner eine Oberstenpension von Lothringen.
1) Ueber Weyers Haltung vor und in dem zweiten französischenFeldzug Johann Casimirs weiter unten. Noch in den folgenden Jahrenbehauptete er einen gewissen Einfluss (Kl. Ehe Johann Casimirs p. 51; öS).Im Nov. 1579 vertrat er noch den Pf. (als Amtmann zu Lautern) aufdem WeissenburgerLandretlungstag (Mb. 112/1). Ich finde in den nächstenJahren keine weitere Spur von ihm. In einem Sehr. Zulegers an Johannvon Nassau vom 9. März 1584 (Idstein) erscheint er als Diener des Pf.Georg Hans Am 29. Jan. 1586 erteilt derselbe seinem OberamtmannDr. Dietrich Weyer Instruktion für eine Werbung bei Johann Casimir.(Marb.)